Stille Messe in Gefangenschaft gefeiert

Seine Geschichte erinnert ein wenig an die Kardinal Van Thuans: Der indische Priester Pater Tom wird am 4. März 2016 im Jemen von IS- Terroristen entführt und seitdem in Haft gehalten. Während seiner 18 monatigen Haft hat er jeden Tag stille Messen gefeiert, für den Papst gebetet und sein Leiden für die Kirche aufgeopfert.
Papst Franziskus hat ihn nach seiner kürzlichen Freilassung empfangen – hier eine bewegende Bilderstrecke hierzu.

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Kostenlose Begleitung mit Gottes Wort

Das bietet jetzt die App der bereits im vergangenen Herbst erschienenen neuen Einheitsübersetzung der Bibel. Die Überarbeitung hatte zehn Jahre in Anspruch genommen. Sie lehnt sich noch stärker an die hebräischen und griechischen Urtexte an, so dass die ursprünglichen Sprachbilder deutlicher werden. Besonders bei den Psalmen finden sich neue Formulierungen.
Mit der BibelApp kann der Text der neuen  Einheitsübersetzung auf einem Tablet oder mit einem Mobiltelefon schnell und komfortabel abgerufen und gelesen werden:

  • offline die Bibel lesen
  • komfortable Textsuche
    • auch mit Spracheingabe
    • über Inhaltsverzeichnis
    • nach Worten und
    • Bibelstellen
  • Anzeige der liturgischen Lesungen und dem
  • Ökumenischen Bibelleseplan

Hier in Kurzform, was sich verändert hat: Flyer_Einheitsuebersetzung

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Als Computer noch Röcke trugen…

Nicht nur im Zeitalter digitaler Medien klingt dies nach Diskriminierung. Und dies war es auch, was afroamerikanischen Frauen in den 1950er – 1970er Jahren bei der NASA widerfahren ist. Trotz alledem: unter ihnen waren brillante Mathematikerinnen wie Dorothy Vaughan und Katherine Johnson. Sie trugen maßgeblich zum Erfolg des US amerikanischen Traums der ersten Mondlandung bei.
Die Wissenschaftlerin Margot Lee Shetterly hat durch ihre umfangreiche Recherche vielen dieser stets im Hintergrund gebliebenen Frauen ein literarisches Denkmal gesetzt. Detailliert zeichnet sie fast 40 Jahre Raumfahrtforschung nach, die auch wesentlich Geschichte der seinerzeit noch starken Rassentrennung ist. Als Frau kann sie sich in die unterschiedlichen Biographien ihrer Heldinnen wunderbar einfühlen und ihren jeweiligen Beitrag zur ersten erfolgreichen Apollo-Mission zum Mond schildern.
Verfilmt wurde das Buch unter dem gleichnamigen Titel von Theodore Melfi:

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Ab die Post…

Auf manchen Kalenderblättern wird schon darauf hingewiesen: heute ist der Welttag des Briefeschreibens! Richard Simpkin rief am 1. September 2014 den World Letter Writing Day am Waverley College in Syndney in Australien ins Leben.
Im Zeitalter der digitalen Medien und der schnellstmöglichen Kommunikation scheint diese Form der Übermittlung von Nachrichten wie ein Relikt aus alten Zeiten. Oder wünschen wir uns nicht manchmal beim Griff in den Postkasten neben Werbebriefen und Rechnungen auch gelegentlich einen persönlichen Brief? Ein paar Zeilen aus dem Urlaub, die nicht in Sekundenschnelle verblassen, weil die WhatsApp im Strudel der unzähligen Nachrichten und Fotos untergeht? Ein Brief oder eine Postkarte kann man mehrmals lesen, in ein Buch hineinlegen und sich nach Jahren darüber freuen, diese Zeilen wieder zu finden – Nostalgie pur?
Nein! Mach‘ einem geliebten Menschen eine kleine Freude und schick‘ mal wieder ein mit Papier und Füller verfasstes Lebenszeichen von Dir – heute ist der Tag des Briefeschreibens, und der Briefkasten wird später geleert!

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Ausbrechen aus der Logik dieser Welt

Woran krankt unsere Zeit am meisten? Doch daran dass der „alte Mensch“, das „Tier in uns“ sich immer wieder in den Vordergrund drängt. Dies bringt Beile Ratut in ihrem Essay dezidiert auf den Punkt. Sie erstellt geradezu ein Psychogramm des „Übermenschen“, der doch irgendwie in jedem Menschen präsent ist.
Was bringt mir das? Diese Frage legt sie dem Egoisten, dem Unverfrorenen, dem von Stolz und Eitelkeit Geblendeten in den Mund. Sie analysiert scharfsinnig typische Verhaltensweisen, die wohl jeder schon an sich selber, an Kollegen, an Freunden oder auch im engeren Familienkreis bemerkt hat.
Liest man durch all das Dickicht der Negativseiten des Menschlichen, dann erahnt man woran unsere Gesellschaft am meisten leidet: an einer kultivierten Gesprächskultur, einer Kultur der Begegnung, wie sie gelegentlich Papst Franziskus nennt. Nicht von ungefähr gibt es heute so viele Angebote von „Dialog-Seminaren“, die sich an Führungskräfte wenden. Offensichtlich gibt es einen extremen Bildungsbedarf im Bereich des zwischenmenschlichen Auskommens.
Das Böse, die Niedertracht füllt die Schlagzeilen der Medien. Darauf scheint die Welt besonders gierig zu sein. Dagegen hat das Gute die Tendenz sich zu verbergen. Jeder Mensch steckt in dieser „gefallenen Natur“. Vielleicht ist es nur dem religiös sozialisierten Menschen möglich, diesen Umstand wahrzunehmen und darauf angemessen zu reagieren. Etwa sich zu fragen, warum es sich lohnt, das Gute zu tun, die gute Absicht zu unterstellen, die offensichtlichen Schwächen anderer elegant zu ertragen. Es muss einen schon die Liebe motivieren und von innen her beseelen, trotz allem nicht an der Menschheit zu verzweifeln.
Die finnische Autorin stellt bewusst unbemäntelt die vielen Negativ-Seiten des Menschlichen in den Vordergrund. Sicherlich gibt es diesen idealisierten Typus des Übermenschen nicht im Reinformat – hoffentlich. Vielmehr ist es doch so, dass es auch so viel Positives im Menschlichen Miteinander gibt, das, wie schon erwähnt, keine Schlagzeile wert ist, eben weil es oft verborgen bleibt.
Möge Ratuts Buch zu einer wohlwollenden Kultur der Begegnung führen und Menschen dazu anspornen, die Tugenden, die sie am meisten bei anderen vermissen, zunächst selber zu erwerben. Vielleicht arbeitet die Autorin auch schon an einem weiteren Essay, der das Gute und Schöne im Menschen in den Vordergrund stellt?

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Spiel mit den Grenzen

Grenzen haben die Aufgabe, benachbarte Bereiche zu trennen. Das schafft klare Verhältnisse, etwa in der Politik, der Wirtschaft oder in der Erziehung. Doch: ist heute immer so klar, wo Grenzen verlaufen sollen oder dürfen? Es gibt doch viele Bereiche, wo Unterschiede (vermeintlich) nicht mehr so eindeutig sind: zwischen Tier und Mensch, zwischen Mann und Frau, zwischen Gut und Böse, real und virtuell, lokal und global…
Josef Bordat reflektiert in seinem jüngsten Artikel in der Tagespost über die unterschiedlichsten Grenzphänomene. Sehr luzide hebt er auch philosophisch-theologische Grenzbereiche hervor und findet in Jesus Christus den Grenzüberschreiter schlechthin.

pdf Artikel Bordat

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Das paradoxe Wesen des Christentums

Dass das Christentum eine Krise durchlebt, merkt man nicht nur in traditionell katholischen oder christlichen Ländern. Auch in Ländern, die von der Fessel des Kommunismus befreit wurden, schwindet die Überzeugungskraft religiöser Institutionen, ist das Seelenleben der Christen in Gefahr. Darauf weist auf intellektuell anspruchsvolle Weise der tschechische Soziologe, Religionsphilosoph und katholischer Priester, Tomás Halík, hin.
Diese tiefen Reflexionen über Fragen des Glaubens unserer Zeit hat der Verfasser während der Sommermonate 2005 in einer Einsiedelei im Rhein-Main-Gebiet niedergeschrieben. Dabei hebt er immer wieder hervor, wie sehr ihm die Gegenwart des Allerheiligsten in der Monstranz half, bei der Sammlung der Gedanken zum Wesentlichen zu kommen. Aus der Anbetung heraus bearbeitet er die einzelnen Kapitel des Buches. Er lädt den Leser ein, mit ihm die Spannung der Paradoxie des Christlichen auszuhalten, mal ist Gott einem Menschen nahe im stillen Gebet, mal der ganz Andere, der sich scheinbar vor unseren Problemen verbirgt. Weiter vermittelt er die Grundgedanken für ihn prägender Theologen des letzten Jahrhunderts, Teilhard der Chardins, Karl Rahners oder Nicholas Lashs. Letzteren hat Halík öfter in Cambridge besucht und über eine längere Begegnung mit dem einzigen katholischen Theologen dieser englischen Eliteuni berichtet er ausführlich im Kapitel „Ein Karnickel“ spielt Geige. Oft hat er Menschen auf dem Weg in die Kirche begleitet oder auch „Rückkehrer“ willkommen geheißen. Die Seiten von „Hierher, dorthin und wieder zurück“ können für die pastorale Arbeit sehr nützlich sein, denn es ist nicht leicht jeweils die Situation und die spirituellen Bedürfnisse dieser Menschen einzuschätzen.
Bisher sind nur drei seiner Bücher ins Deutsche übersetzt. Dieses 2017 als Taschenbuch erschienen Werk will keine Handreichung für Beichtväter, schon gar nicht für Beichkinder sein… Denn hier wird mit dem Abstand von Ort und Zeit eine Zusammenschau der Sorgen und Nöte vieler Menschen reflektiert, die sich in Glaubensfragen und anderen Nöten an den Autor wandten. Auch mehr als zehn Jahre nach Erscheinen des Buches auf Tschechisch sind diese Gedanken auch für das restliche Europa immer noch aktuell. Während Rod Dreher unlängst seine Vision eines künftigen Christentums für Nordamerika verfasste, stehen die Ausführungen Haliks für die Länder Europas, die jahrelang unter der atheistischen Herrschaft des Kommunismus litten und dies weiterhin tun.
Und: hat Halík ein „Rezept“ für die Rettung der Kirche? Er schreibt: „Ich bin überzeugt davon, dass sie weder von rechts noch von links kommen wird, auch nicht aus der Vergangenheit, falls wir die Absicht hätten, in diese Richtung davonzulaufen; sie wird jedoch auch nicht aus der Zukunftssicht gewonnen, wenn wir diese entsprechend unseren Vorstellungen vorausplanen wollten; sie wird auch nicht ,von oben‘ im Sinne eines deus ex machina geschehen können, denn die positive Veränderung kann einzig und allein aus der Tiefe entspringen, aus einer tiefreichenden theologischen und spirituellen Erneuerung (S. 189).
Eine anregende Lektüre  – vielleicht für einen ruhigen Urlaubstag…

Hier für Interessierte ein Interview mit dem Autor von 2013

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