Klare Orientierung am Rande des Synodalen Weges

Anfang Februar wurde in Frankfurt die erste Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland abgehalten. Dabei versammelten sich 230 Mitglieder der Synodalversammlung und zwanzig Beobachter aus dem benachbarten Ausland und der Ökumene um den von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ausgerichteten Synodalen Weg inhaltlich zu gestalten.

In den kommenden zwei Jahren sollen vor allem vier Themenfelder beraten werden:

1) „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“
2) „Priesterliche Existenz heute“
3) „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und
4) „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“

Bekanntlich wird dieser Dialog zu möglichen Reformen innerhalb der katholichen Kirche von den Medien intensiv begleitet. Die große Vielfalt an unterschiedlicher Meinungen fordert Christen in Deutschland heraus, sich eingehend mit den diskutierten Themen auseinander zu setzen und sich klar vor Gott und den Menschen zu positionieren.
Die Tagespost trägt auf ihre Weise zu diesem Prozess der Reflexion über die Grundlagen des Glaubens und des Lebens der Kirche bei: Bereits im Dezember und Ende Januar gab es Beilagen mit Grundsatzartikeln, die ich hier zum Nachlesen vorstellen und zur Lektüre empfehlen möchte. Alle weiteren Ausgaben werden hier eingefügt werden.

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Ausgedehnte Exerzitien

Dieses Buch hätte nie geschrieben werden dürfen. Sein Verfasser saß unschuldig hinter Gittern. Der Mob hat die Richter zu einem Urteilsspruch verleitet, den sie später revidieren mussten. Die Taten, für die Kardinal Pell 2019 verurteilt wurde, hatte er nie begangen.

Der Kurienkardinal weiß von seinen inneren Ressourcen zu leben und diese lange Zeit der Prüfung zu nutzen. Im ersten Band seines Gefängnistagebuchs beschreibt er den Alltag in einem Hochsicherheitsgefängnis in Sydney. Er ist dort in Einzelhaft und in Hörweite anderer Gefangener, unter ihnen ein Selbstmordattentäter. Doch seine Familie, Freunde und Mitbrüder sind ihm sehr nahe und stützen ihn mit ihren Besuchen. Auch lassen sie nichts unversucht, das ungerechte Urteil anzufechten. Über all dies schreibt Pell täglich ein bis zwei Stunden, verarbeitet so die Eintönigkeit des Lebens im Gefängnis, das mit der frischen Luft bei der Hofgängen und den Besuchen seine täglichen Höhepunkte hat.

Ihm ist es während seiner ganzen Haft nicht erlaubt, die heilige Messe zu feiern, was ihn sehr schmerzt. So lebt er intensiv aus den Texten der Liturgie und der heiligen Schrift, über die er sich tiefe Gedanken macht.
Unzählige Briefe erreichen den Kardinal aus der näheren Umgebung von Mithäftlingen, von Menschen seiner Diözese, Freunden und auch wildfremden Menschen aus der ganzen Welt, die ihm Mut zusprechen und viele gutgemeinte Ratschläge für diese Zeit verordneter Abgeschiedenheit von der Welt.

In seinen Zeilen findet man keinen Groll, Hass oder Rache gegenüber denjenigen, die ihn hinter Gitter gebracht haben. Er ist seinem Schicksal ergeben, wenngleich er über seine Anwälte alles Menschenmögliche tut, um wieder frei zu kommen. Über die Medien erfährt er auch das viele Gute, das für ihn unverwartet innerhalb der Kirche Australiens geschieht, etwa, dass sich die Zahl der Messbesucher sonntags starkt erhöht hat… Der Fall Pell lässt die Menschen nicht unbeteiligt.

Es vergeht kein Tag im Gefängnis, den Pell nicht mit einer Erhebung des Herzens zu Gott beendet, im Fürbittgebet für Mitgefangene, für die Situation der Kirche in der ganzen Welt, für sich selbst, den diese Zeit der Prüfung vieles gelehrt hat!

Eine beeindruckende Lektüre geschrieben von einem Menschen, der stellvertretend für die angestaute Wut einiger Weniger zum Sündenbock gemacht wurde.

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Ein Gesicht, das man nie wieder vergisst…

… sie wird keine Schönheit sein… aber wer sie einmal gesehen hat, wird sich immer an sie erninnern. Das sagte Anna zu ihrer Herrin Susanne, kurz nach der Geburt ihrer Tochter Libussa. Und sie sollte damit recht behalten. Libussa wuchs auf der Rosenburg zu einem sehr selbstbewussten Kind heran – es war im 13. Jahrhundert. Für damalige Verhältnisse ungewöhnlich, stimmte ihr Vater, der Ritter Benediktus dem Wunsch seiner Kleinen zu, wie die beiden Brüder, auch zu Vater Theopilius, dem Geistlichen der Burg, zum Unterricht gehen zu dürfen. Dieser erkannte früh ihre geistigen und geistlichen Fähigkeiten, lehrte sie lesen, schreiben, Latein und vor allem die Heilkünste der Hildegard von Bingen…

Ein weiteres Buch von Edda Singrün-Zorn, mit dem sie es schafft, die Seele anzurühren mit der Güte, Wahrhaftigkeit und dem Edelmut dieser besonderen Frau des Mittelalters. Durch ihre Art zu sein prägt Libussa nicht nur in ihrer Jugend die Rosenburg, sondern später nach ihrer Heirat auch die Nachbarburg Waldeck. Das Gute hat die Tendenz sich zu verbergen, aber auch sich langsam zu verbreiten. So scheinen die viele Werte durch die Zeilen, die auch heute noch zu einem gelingenden Leben gehören.

Eine besonders wertvolle Lektüre für Menschen, die sich ein Gespür für das Reine und Gute im Menschen bewahrt haben…

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Phono sapiens

So könnte der Mensch der Zukunft heißen – oder sind wir bereits heute diese Wesen, die ständig auf ihrem Smartphone herumfingern? Dies ist wohl nur ein Kennzeichen der sogenannten „postfaktischen Erregungskultur“, in der Affekte und Emotionen die Kommunikation mehr beherrschen, als die ausgetauschten Inhalte.
Byung-Chul Han hat sich tiefe Gedanken über die Auswirkungen unserer durchdigitalisierten Welt gemacht. Was bedeutet das für unsere Art, die Umgebung und die Menschen wahrzunehmen? Können wir bei der täglich auf uns einströmenden Informationsflut noch zwischen wahr und falsch unterscheiden? Wie ist unser Verhältnis zu den Dingen ganz allgemein? Han ist der Ansicht, dass der Mensch heute mehr vom Erleben als vom Besitzen eingenommen ist.

Sehr anschaulich erklärt er, was es mit dem ebook auf sich hat. Auch wenn dort derselbe Inhalt wie in einem herkömmlichen Buch vorhanden ist, das man anfassen und durchblättern kann, so hat es doch einen ganz anderen „Seinsstatus“. Man besitze kein ebook, sondern habe lediglich einen Zugang dafür. Es gibt auch keine emotionale Bindung zu diesem Buch – so wie man vielleicht einen emotionale Verbindung zu einem Werk aufgebaut hat, das einem mit einer Widmung geschenkt wurde und das man vielleicht öfter gelesen hat…

Byung-Chul Han gilt als der meistgelesene Philosoph Deutschlands und ist Koreaner. Seine Sprache fasziniert durch ihre Klarheit und Präzision. Er spricht jeden Gedanken nur einmal aus und schafft es dem Leser weite Horizonte zu eröffnen. Man muss sich und dem eigenen Intellekt Zeit gönnen, um die weitreichenden Analysen Hans, all dem, was in unserer Gesellschaft durch die Mechanismen der Digitalisierung droht verloren zu gehen, zu reflektieren.

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Geistige und körperliche Spannkraft

Viele Menschen befinden sich derzeit im Krisenmodus. Vielleicht kämpfen sie noch mit den Folgen einer Corona-Infektion… oder aber wurden unschuldige Opfer der Flutkatastrophe. Kann man seine physischen und psychischen Abwehrkräfte traininieren, um von solchen Herausforderungen nicht zermürbt zu werden? Die Antwort ist ja – man kann. Doch wie geht das?

Lebenskrisen meistern und auch noch gestärkt daraus hervorgehen, das kann man in der Tat lernen. Es gibt unzählige Berater und online-Angebote zum Thema „Resilienz“ – ich möchte hier auf ein sehr ansprechendes kleines Buch von Matthew Johnstone verweisen, der sich seit vielen Jahren mit der Prävention von Depressionen beschäftigt. Sein mehr als Comic zu genießener Band führt den Leser in zwei Kapiteln durch die Thematik – zum einen geht es um die Akzeptanz, dass im eigenen Leben nicht alles nach Plan verläuft – und auch nicht verlaufen muss… und zum anderen zeigt Johnstone viele fruchtbare und gangbare Wege auf, innere Spannkraft und psychische Belastbarkeit zu erwerben.

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Leugnung objektiver Realität

„Die Mutter ist eine Frau, der Vater ist ein Mann“ – ist dies nicht eine Frage gesunden Menschenverstands? Nein – heute nicht mehr! Als die ungarische Regierung Ende 2020 diesen Satz ins Grundgesetz genommen hat, waren Menschenrechtler entsetzt… Staatlich verordnete neue Sprachregelungen wie etwa „chestfeeding“ anstelle von „breastfeeding“ in England oder dass „Muttermilch“ künftig als „Menschenmilch“ bezeichnet wird, schaffen langsam aber sicher Vater und Mutter ab.

Die Initiative Elternaktion.de hat eine Broschüre herausgegeben, die Eltern und Lehrer auf Angriffe und Gefahren der Transgender-Bewegung hinweist. Die kurze und sehr informative Handreichung hilft Eltern aufmerksam ihren Kindern gegenüber zu sein. Kinder, die sich von Transgender angesprochen fühlen, haben nicht selten seelische Probleme oder zeigen andere Auffälligkeiten wie Essstörungen.

Die Broschüre kann auf dem Portal runtergeladen und auch kostenlos bestellt werden!

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Unvergessene Kindheit in Afrika

Im Norden Nigerias verbrachte Nicola Vollkommer eine unbeschwerte Kindheit. Während ihre Altersgenossen im Nachkriegsengland die Schulbank drückten, ging sie mit ihren beiden Schwestern Tanya und Andrea zu Mrs. Prescott, einer Privatlehrerin. Dort lernte sie mehr als das Einmaleins, denn hier wurden vormittags die Kinder aller Altersstufen englischer Missionare und Unternehmer gemeinsam unterrichtet… die Nachmittage gehörten meist Tango, arabischen Rennpferd, mit dem Nic eine Seelenverwandtschaft verband und der ihr wohl den fehlenden Bruder ersetzt hat.
In ihrer Autobiographie schildert die spätere Cambridge-Absolventin farbenfroh, wie das Leben in den 60 iger Jahren im Herzen Afrikas gelingen konnte. Dass ihr fröhliches Zuhause in Bukuru auch vom Völkermord an den Ibo erschüttert wurde, verschweigt sie nicht. Ihr Vater hatte dabei vielen Afrikanern das Leben gerettet und sich dabei nicht geschont.
Vor allem aber ist ihr Buch eine Hommage an ihre Mutter, von der sie die Freude am Glauben und eine Portion Durchhaltevermögen mitbekommen hat. Ihr allzu früher Tod mit nur 57 Jahren hat sie tief getroffen und ihr gezeigt, wie wichtig die eigene Familie als Rückhalt in solchen schweren Momenten des Lebens ist.

Nach ihrer Romanbiographie über ihren „Eskimo-Onkel Jack Sperry“ ist auch dieser Roman eine wertvolle und bereichernde Lektüre.

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Weggabelung und Zeitenwende

Bis vor einer Woche konnte die Corona-Pandemie eine Art Wendepunkt in der jüngesten Gesellschaftsentwicklung darstellen. Nun müsste man sagen, dass es ein Vorher und Nachher der Flutkatastrophe gibt, die unlängst weite Teile von Rheinland-Pfalz und NRW erschüttert hat… Wir erleben an vielen Orten, dass Menschen zu Schutzengeln ihrer Nachbarn oder wildfremder Menschen geworden sind, wenn sie ihnen in dieser Zeit der Not und Bedrängnis beistehen und tatkräftig helfen.
So sind die vielen guten Gedanken, die Heilige Vater für die Zeit nach der Pandemie ausgesprochen hat jetzt auch für die Zeit in und bei der Bewältigung der Flutkatastrophe mehr als passend und trostspendend.

Der Papst wird beispielsweise danach gefragt, was für ihn die wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer säkularen Welt sind? „Die Gesellschaft ist konkurrenzorientiert, individualistisch und hemmungslos. Wir finden heute kaum noch Zeit, um darüber nachzudenken, wie wir leben, was wir besitzen, was wir vergessen und welche Fehler begehen. Wir sind überwältigt von Produktionsrhythmen und einer ängstlichen Konsumbesessenheit, ohne dass wir uns bewusst machen, dass die Gewinne nur für einige Privilegierte sind.“ (S. 68) Eine christliche Antwort auf diese Haltung kann nach Papst Franziskus nur in gelebter Nächstenliebe und im Mitleid mit den Ärmsten der Armen liegen.
Auch der Kirche wünscht sich der Papst einen Prozess der inneren Reinigung und Läuterung um wieder durch und durch missionarisch zu sein. Die Kirche muss wieder zu einem Referenzpunkt werden, um die Menschheit aus der gesundheitlichen, moralischen und spirituellen Krise heraus zu führen und ihr neue Perspektiven zu geben. (vgl. S. 56)
Im Hinblick auf den Umgang mit der Natur und ihrer Schöpfungsordnung mahnt der Pontifex den unablässigen Notruf in Form von Umweltzerstörung und extremen Wetterphänomen zu vernehmen.

Man könnte meinen, dass durch die Corona Pandemie die Menschen sich bereits in großer Solidarität derart eingeübt haben, dass sich diese jetzt im Zuge der aktuellen Flutkatastrophe noch vervielfacht hat.

Das Buch bietet einen guten Überblick über die aktuellen Fragen der christlichen Soziallehre, die uns als Weltgemeinschaft alle betreffen. Es entstand aus einem Gespräch mit Domenico Agasso, einem Journalisten und Vaticanisten. Die Gespräche fanden teils am Telefon statt und wurden von der Geräuschkulisse der Kinder begleitet, auf die der Papst mit einem Lächeln reagierte. Die Übersetzung aus dem Italienischen erfolgte von Georg Gänzwein.

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Klarheit für den Glauben

Der synodale Weg und die damit einhergehenden Diskussionen haben viele gläubige Christen verwirrt. Man bekommt den Eindruck, dass es innerhalb der katholischen Kirche vor allem um die Frage der Frauenordination, um die Öffnung des Herrenmahls für Protestanten oder aber um eine überfällige Revision der Morallehre geht. Immer weniger wird in Predigten am Sonntag vom eigentlichen Glauben gesprochen, von Gott als dem Schöpfer der Welt, von Engeln als Beschützer der Menschen, von der Hölle, die aufgrund der zahlreichen biblischen Hinweise doch existieren muss…

Was den Glaube der katholischen Christen ausmacht, ist keine Frage der Mehrheit. Deswegen hat Ralph Weimann, Priester und Theologieprofessor am Angelicum in Rom, eine Reihe von „Basics“ oder FAQs zu Fragen des Glaubens zusammen gestellt, die gläubigen Menschen helfen möchten, Klarheit für ihr Leben mit Gott zu behalten.

In 18 Kurzbeiträgen geht Weimann auf viele der „heißen Eisen“ ein, die immer wieder in den Medien und Talkshows diskutiert werden: Kann man überhaupt Wahrheit erkennen? Wenn ja, wie kommt die katholische Kirche dazu, für sich und ihre Lehre den Absolutheitsanspruch zu erheben? Muss man getauft sein, um ein Kind Gottes zu sein – Gott hat doch alle Menschen erschaffen und liebt sie? Ist der Papst wirklich unfehlbar? Gibt es die Engel und die Heiligen wirklich?

Im Grunde geht es in den vielen Fragen um das Wesen christlichen Glaubens, dass es eine Wirklichkeit jenseits der Erfahrung unserer fünf Sinne gibt. Dass sich Gott dem Menschen zuerst offenbart und durch seinen Sohn Jesus Christus alle Menschen erlöst hat. Weimann möchte mit seinen leicht verständlichen Antworten den Blick weiten für den gesamten Glauben, für seine innere Stimmigkeit und Erfahrbarkeit. Man muss kein ausgebildeter Theologe sein, um verstehen zu können, dass Gott Vater ist, dass er möchte, dass alle Menschen gerettet werden.

„Der Glaube ist kein kompliziertes Gebilde von Theorien, sondern einfach und damit für jeden Menschen grundsätzlich zugänglich.“ Mögen dieses kurze Büchlein dabei helfen, die Wahrheit des Glaubens zu erkennen und ihn glaubhaft zu bezeugen.

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Il prete rosso

Als dieser war Vivaldi (1678-1741) in Venedig bekannter als unter seinem eigentlichen Namen -als der rothaarige Priester. Früh erlernt Vivaldi das Geigenspiel von seinem Vater, einem Orchestermusiker. Er ist der älteste von zehn Geschwistern und wird für das Priestertum bestimmt, ein Weg für die große Familie ein sicheres Einkommen zu garantieren. Doch auch seine musikalisches Talent wird weiter gefördert und bald übt der Älteste mit seinem Vater schwierige Orchesterpassagen und vertritt ihn hin und wieder bei Aufführungen. Fast sein ganzes Leben lang ist Vivaldi beim Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für ausgesetzte Mädchen, als Musiklehrer angestellt und beginnt sich daneben als Opernkomponist einen Namen zu machen und vor allem dadurch die immer größere Familie zu ernähren. In Venedig wimmelt es nur so von Opernhäusern und Konzertsälen, und Musiker und Komponisten liegen miteinander im Wettstreit, bei einem noblen Auftraggeber in Stellung genommen zu werden.

Das ursprünglich als Drehbuch für einen Film inspirierte Buch von Peter Schneider erzählt in Romanform das bewegte und auch tragische Leben Vivaldis. Im Venedig zu Beginn des 18. Jahrhunderts regiert eine leichtlebige oberflächliche Gesellschaft, die einen schier unersättlichen Hunger auf leichte Opern andere Vergnügungen hat. Dagegen herrscht im Waisenhaus ein strenges Regiment der Priora, die jeden Auftritt des Maestro mit seinen Schülerinnen genaustens verfolgt. Über die Jahre hinweg formt der begnadete Lehrer aus den Schülerinnen des Ospedale ein ansehnliches Frauenorchester, dessen Ruf die Höfe Europas erreicht und viele Herrscher und spätere Gönner Vivaldis nach Venedig zieht.
Aus dem ursprünglichen Filmprojekt zur Vita Vivaldis ist nichts mehr geworden, da der Auftraggeber, der bekannte Kameramann Michael Ballhaus 2017 verstarb. Schneider ist sehr bemüht, dem Geheimnis der Beziehung von Vivaldi zu seiner Meisterschülerin und späteren Primadonna Anna Girò auf die Spur zu kommen… doch reichen die Vermutungen über die angebliche amicizia nicht aus, Vivaldi, der zeitlebens katholischer Priester war, in Verruf zu bringen.

Das bewegte Leben des maestro di violino bewegte sich zwischen Venedig, Mantua und Wien, wo er verarmt starb. Fast 200 Jahre lang sind er und seine Kompositionen in Vergessenheit geraten und durch einen zufälligen Fund in einer Klosterbibliothek wieder gefunden worden und einige seiner Kompositionen gehören heute zu den meistgespieltesten Werken…

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Getauft im Namen des Vaters…

Der Weg zu diesem denkwürdigen Ereignis war weit und steinig… Kontantin wurde früh seinem Vater und Caesar Constantius entrissen und zur Ausbildung an den Hof des Augustus Diokletian gebracht. Hier sollte er für spätere Führungsaufgaben im römischen Reich herangezogen werden. Er wächst unter der Obhut seines Lehrers und Christen Laktanz auf, der ihn mit seinem Bekennermut und scharfem Verstand sein Leben lang als Berater zur Seite stehen wird. Je mehr die alten römischen Gottheiten ausgedient haben, desto intensiver verfolgt man die Anhänger einer neuen Sekte, die sich Christen nennen…

Die Romanbiographie zum Leben und Wirken Kaiser Kontantins von Marco Kunz nimmt den Leser hinein ins so erfolgreiche wie auch tragische Leben desjenigen römischen Kaisers, der schließlich den grausamen Verfolgungen der Christen ein Ende gesetzt und die freie Ausübung jeder Religion gewährt hatte.
Der rote Faden, der das gesamte Buch durchzieht, ist die Taufhandlung durch Bischof Eusebius von Caesarea am greisen und dem Tode nahen Kaiser, der sich dann an wichtige Episoden seiner ereignisreichen dreißig Regierungsjahre erinnert. Kunz ist es aber vor allem daran gelegen, den Lesern auch ein Stück Kirchengeschichte zu vermitteln. Die gerade von den Repressalien befreite junge Kirche streitet sich immer wieder über „theologische Spitzfindigkeiten“ – wie Konstantin findet – hierbei handelt es sich jedoch um gewichtige Themen wie die Lehre über die Dreifaltigkeit und das Wesen der Person Jesu Christi. Als Kaiser hat Konstantin auch die Aufgabe für Einheit innerhalb der christlichen Kirche zu sorgen, was er 325 mit der Einberufung des Konzils von Nizäa auch tut, bei dem er den Vorsitz führt.

Es mag nach Größenwahn klingen, doch Konstantin sah sich von Gott persönlich dazu ausersehen – er selbst vergleicht sich dabei mit Mose – das Christentum auf der ganzen Erde zu verbreiten und dafür sind ihm alle Mittel „heilig“. Um diesen Auftrag auszuführen, wartet er bewusst damit, selbst getauft zu werden.

Kunz hat historisch präzise recherchiert und erinnert en passent den Leser an die großen Errungenschaften seiner Zeit als christlicher Herrscher des römischen Reiches: etwa an die „Gastgeschenke“, die seine Mutter und Bischof Agritius ihm zu seinem Regierungssitz nach Trier mitbringen – den heiligen Rock und die Gebeine des Apostels Matthias; an die Einführung des

als allgemeinen Ruhetag für Christen und Nichtchristen im Reich, an die Auffindung des heiligen Kreuzes in Jerusalem durch seine Mutter Helena…

Für alle an der frühen Kirchengeschichte Interessierte ist dieser Roman nicht nur kurzweilig zu lesen, er ist auch spirituell bereichernd und bringt die große Persönlichkeit Konstantins nahe. Sehr lesenswert!

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