Wie die Ethik in den Roboter kommt

Dürfen Computer dem Menschen wichtige Entscheidungen abnehmen? Werden uns die Maschinen dies künftig überhaupt fragen? Wie gut ist eigentlich das Urteilsvermögen eines Algorithmus, wenn er beispielsweise im Gerichtssaal über die mögliche Rückfälligkeit von Straftätern Auskunft gibt?
Dies sind gewichtige Fragen, die wir nicht allein den Experten der theoretischen Informatik überlassen dürfen. Diese Meinung vertritt die Informatikprofessorin Katharina Zweig von der TU Kaiserslautern. Dort hat die gelernte Biochemikerin den innovativen Studiengang „Sozioinformatik“ ins Leben gerufen. Hier lernen die angehenden Data Scientists gesellschaftlich relevante Effekte von Software zu erkennen und zu modellieren.

Katharina Zweig wendet sich mit ihrem Buch an normale Bürgerinnen und Bürger, um ihnen das Rüstzeug zu vermitteln, algorithmische Entscheidungssysteme einzuordnen und mitzugestalten. Sehr anschaulich beginnt die für ihre Lehrtätigkeit ausgezeichnete Informatikerin damit, den Leser schrittweise in die Grundlagen der Informatik einzuführen: Algorithmen, Big Data, Data Mining, maschinelles Lernen, Entscheidungsbäume… und nicht zu vergessen, das Algoskop gehören nach einigen Kapiteln bereits zum Wortschatz des aufmerksamen Lesers. So eingeführt, ist es möglich, praktische Anwendungen von Algorithmen etwa bei der tagtäglich gebrauchten Routennavigation, der Anwendung von Bilderkennung in der medizinischen Diagnostik oder aber militärisch relevante Fragen zum Einsatz von bewaffneten Drohnen nachzuvollziehen.
Viele Menschen werden über ihren Computerbildschirm unentwegt mit spezifisch auf sie persönlich zugeschnittenen Angeboten versorgt… aber woher „weiß“ der Computer das eigentlich?

Dass gerade diese im Online-Handel übliche Verfahrensweise keineswegs transparent gehandhabt wird, bemängelt Zweig. Dem Informatiker:in stehen aber Mittel zur Verfügung, in die Blackbox von algoritmischen Entscheidungssystemen hineinzusehen und Kontrollmechansmen zu entwerfen, um damit Fehler und vor allem Diskriminierungen vorzubeugen. Werden etwa bei maschinengesteuerten Bewerbungsauswahlverfahren bestimmte Personengruppen benachteiligt, so kann dies daran liegen, dass die Software mit fehlerhafter oder unausgeglichenen Datenmengen „gefüttert“ wurde. Zuvor gilt es aber „unter Menschen“ zu diskutieren, welche Entscheidungen als „gut“ und „richtig“ empfunden werden. Dies sind aber Fragen, die nicht von den Künstlichen Intelligenzen zu beantworten sind, sondern gesamtgesellschaftlich zur Debatte stehen sollten. Vor allem hierfür setzt sich die Autorin ein, die auch Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema „Künstliche Intelligenz“ ist.
Eine lesenswerte Einführung in die Grundlagen der Sozioinformatik – geschrieben von einer Professorin die mit ihrer Expertise wichtige Impulse für den gesellschaftlichen Diskurs liefert.

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Die Autobahn in den Himmel

So nannte Carlo Acutis die Eucharistie. Mit großer Sehnsucht erwartete der Siebenjährige den Tag seiner Erstkommunion. Von diesem Tag an im Juni 1998 bis zu seinem frühen Tod im Oktober 2006 wurde für den Jungen aus Mailand die Eucharistie zum Mittelpunkt seines Lebens. Wer war dieser aussergewöhnliche Junge?
Er liebte wie Gleichaltrige Videospiele und Fussball – aber ebenso liebte er Jesus, betete den Rosenkranz und half Armen und Bedürftigen.
Thomas Alber stellt in einer Kurzbiographie das beeindruckende Leben und Wirken des italienischen Teenagers vor, der am 10. Oktober 2020 in Assisi seliggesprochen wurde. Carlo wuchs in einer begüterten Familie auf und wurde von seinen Eltern nicht übermäßig zur Glaubenspraxis hingeführt. Gott selbst führte ihn an der Hand und legte ihm eine große Liebe zur Eucharistie ins Herz. Als Kind seiner Zeit war er im Internet zuhause und suchte Mittel und Wege, mit diesem Medium andere Menschen zu Gott zu führen.
Er stellte sich selbst die große Aufgabe im Internet ein Portal aufzubauen, das alle von der Kirche anerkannten eucharischen Wunder aufführt und mit Quellen belegt. Dafür ist er mit seinen Eltern durch Europa gereist und hat noch vor seinem Tod die Plattform vollendet. Diese Seite wird weiterhin gepflegt.
Schon vor seiner Seligsprechung im letzten Herbst war er vor allem über die Weltjugendtage über die Landesgrenzen von Italien hinaus bekannt geworden. Sein tiefer Glaube und seine gelebte Nächstenliebe sind gerade für junge Menschen klare Wegweisung für ihr Leben. Hier einige Tipps, die Carlo für einen „Weg zur Heiligkeit“ gegeben hat:

1. Gehe täglich zur heiligen Messe und empfange die heilige Kommunion.
2. Denke daran, jeden Tag den Rosenkranz zu beten.
3. Lies jeden Tag einen Abschnitt aus der heiligen Schrift.
4. Wenn möglich, halte einige Momente eucharistischer Anbetung vor dem Altar, wo Jesus wirklich gegenwärtig ist. Du siehst, wie wunderbar Du in der Heiligkeit wachsen kannst.
5. Versuche, jede Woche zur Beichte zu gehen, auch wenn Du nur lässliche Sünden hast.
6. Bitte Deinen heiligen Schutzengel, Dir beständig zu helfen; er soll Dein bester Freund werden.

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Unruhige Zeiten in der Golfregion

Das politische Machtgefüge im Nahen Osten ist komplex. Einst hatte Saudi-Arabien die Vorherrschaft in der Region am Golf. Im Laufe der letzten zehn Jahre ist der Iran dabei, diesen Machtkampf für sich zu entscheiden. Doch wer genau ringt dort mit wem um Einflussnahme? Geht es „nur“ um die immer noch großen Ölvorkommen? Oder spielen auch andere politisch-religiöse Motive eine Rolle?

Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und einer der führenden Nahost-Experten, zeichnet die gesamte politische Gemengelage im Nahen Osten in seinem neuem Buch detailliert nach. Er analysiert zunächst die Hintergründe des seit vielen Jahren schwelenden Konfliktes zwischen den beiden „arabischen Supermächten“ Iran und Saudi-Arabien. Später geht Steinberg ausführlich auf die Rolle der Anrainerstaaten ein, etwa den Irak, Bahrain, die Vereinigten arabischen Emirate oder Israel und den Libanon.

Zwischen den Golfstaaten herrschen seit Jahren feste Bündnisse, welche jedoch gelöst und neu ausgerichtet werden. Tragisch ist weiterhin die Situation Syriens, das seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Mittelpunkt des Kräftemessens nicht nur zwischen den verbündeten Golfstaaten sondern auch zwischen zu Hilfe eilenden Staaten wie den USA, der Türkei und Russland ist. Was würde eine Eskalation für Europa oder auch für Deutschland bedeuten?

Ein faktenreiches und erhellendes Buch über die immer gefährlicher werdende Golfregion.

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Es gibt ein Leben nach der Krise…

und dieses Leben wird anders als die Normalität sein. Dieser Überzeugung ist Papst Franziskus. In seinem neuen Buch spricht er von der „Post-Covid-Welt (S. 145), die ein Stück besser sein könnte… denn sie muss es nicht. Wir alle haben es in der Hand, jetzt die Weichen in Richtung mehr Solidarität, Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit zu stellen.
Papst Franziskus ermahnt uns, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen, während die Pandemie die Gräben zwischen reich und arm noch tiefer werden lässt. In dieser Krisenzeit wird die Not von Flüchtlingen und Menschen, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen noch offensichtlicher. So rüttelt der heilige Vater alle Menschen wach, ihr Herz zu weiten und es zu öffnen und einen konkreten Beitrag zu leisten, die Welt zum Besseren zu verändern.

Wie soll das geschehen? Papst Franziskus weist uns den Weg, den er selbst in drei Etappen vorausgeht: Eine Zeit zum Sehen, eine Zeit zum Wählen und schließlich, eine Zeit zum Handeln.
Am Anfang steht die Wahrnehmung der Wirklichkeit, so wie sie sich uns zeigt – im Alltag, in den Begegnungen am Arbeitsplatz, in Bildern, die uns die Medien von fernen Ländern zeigen. Das Elend, das wir links und rechts von uns antreffen, darf uns nicht kalt lassen, soll uns berühren und die Augen öffnen, Mitgefühl und Barmherzigkeit hervorrufen. Die Welt braucht sie auch heute wieder, die „Heiligen von nebenan“, die wie „Antikörper gegen den Virus der Gleichgültigkeit“ wirken.
Auch ein Papst hat in seinem (langen) Leben einige Krisen durchlebt, von denen er ganz offen erzählt. Aus seinen „persönlichen Covids“ ist er geduldiger und humorvoller herausgekommen.
Eine wichtige Phase vor jeder Handlung ist die Phase der Unterscheidung. Hier bezieht sich der Papst auf eine Zeit zur Reflexion und zur Unterscheidung der Geister. Sehr erhellend sind in diesem zweiten Kapitel die Exkurse zu den letzten Synoden, wo Franziskus mit einigen Fehleinschätzungen aufräumt, die immer wieder von den Medien in den Vordergrund gestellt werden, im Grunde aber gerade nicht die Hauptschauplätze etwa bei der Synode über Ehe und Familie und der Amazonas-Synode waren.

Der römische Pontifex bringt im dritten Kapitel den Gedanken des Volkes Gottes ins Spiel – alle Christen sind Teil dieses Volkes – das aus unterschiedlichen Nationen, Kulturen besteht. Zentral hierbei ist: Keiner rettet sich alleine! Keiner durchlebt die Krise alleine. Dies ist sein Aufruf zum Zusammenstehen, zur Solidarität und zu einem Nein zu Profitgier und rein ökonomischen Erwägungen. Als bewegendes Beispiel wie die Ärmsten der Armen gelernt haben, zusammenzustehen, erwähnt er die Cartoneros von den Stadträndern in Bueons Aires, die den Argentiniern den Wert vom Müll-Recycling neu zu verstehen gaben.

Schließlich wendet sich Papst Franziskus ganz direkt an jeden einzelnen:

„Zwei Worte fallen mir ein: sich dezentrieren, also sich von sich selber lösen, und transzendieren, übersteigen.“ (S. 171) Und dann: “ Handle: Rufe an, mache einen Besuch, biete deine Hilfe an. Auch wenn du nicht weißt, was genau zu tun ist, biete deine Hilfe an. Sage, dass du Teil einer besseren Welt sein möchtest und dass du denkst, dass dies ein guter Anfang wäre“ (S. 174)

Das bewegende und lesenswerte Buch ist 2020 während der Zeit des Lockdowns aus Gesprächen mit dem britischen Journalisten Austen Ivereigh entstanden.

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Weder Erlösungsweg noch Teufelswerk

Was macht künstliche Intelligenz (KI) mit uns Menschen? Werden wir von der technologischen Entwicklung als überholt ausrangiert? Wie verändert KI unser Menschenbild?
Richard David Precht reflektiert in seinem neuen Buch diese wichtigen Fragen und diskutiert Perspektiven wie unsere Gesellschaft und vor allem die Politik auf diese Herausforderungen reagieren sollte.
An zwei gedanktlichen Linien lässt Precht seine philosophischen Überlegungen entlanglaufen: Die eine betrachtet den schier unaufhaltsamen technischen Fortschritt durch KI mit Supercomputern, autonomer Mobilität oder bewaffneten Drohnen. Die andere nimmt die ungebremste Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen in den Blick. Stehen Umweltbewusstsein und informatorischer Fortschritt im Widerspruch zueinander?
Im Laufe des Essays dringt Precht immer tiefer in die eigentlichen Kernfragen ein: Wie gelingt ein humanes Leben im Zeitalter von KI? Wie definiert sich der Mensch im Hinblick auf Maschinen, die ihm was die Intelligenz angeht, haushoch überlegen sind?
Precht betrachtet die Diskussion um eine ethische Programmierung von Maschinen mit einiger Skepsis. Maschinen seien darauf ausgerichtet, Probleme durch einen Rechenakt zu lösen. Eine Welt, in der alles perfekt funktioniere, man keine Sorgen oder Nöte hätte, jedes Bedürfnis zu jeder Zeit befriedigt würde… das würde den Menschen schnell langweilen. Schon hier wird klar, dass das eigentliche, was das Leben eines Menschen ausmacht, Freiheit, Freundschaft, Wertempfinden, Respekt, Vertrauen … nicht einem Computer eingeschrieben werden kann.

Die Frage nach dem künftigen Umgang mit KI im Hinblick auf unsere wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ordnungsgefüge ist für Precht vornehmlich eine Frage der Bildung. Nicht Informatiker werden die Weichen für einen humanen Einsatz von KI stellen, sollen Philosophen, Anthropologen, Psychologen, Pädagogen… die mit Verstand über die schon absehbaren Folgen einer einseitig auf ökonomische Interessen ausgerichteten Anwendung von KI nachsinnen.

Die geistreichen Gedanken des scharfsinnigen Kölner Philosophen möchten zum Nachdenken anregen und rufen auch Widerspruch hervor.

Precht ist weder der Meinung, dass KI den Menschen durch Enhancement zum Übermenschen gestalten wird, noch dass sie ihn aufgrund superintelligenter Maschinen zum Verschwinden bringen wird. Vielmehr sieht er dass KI „das Potential hat, arbeitende Menschen zu ‚Sklaven der Prozesse‘ zu machen – aber ebenso ein gewaltiges Freiheitspotential besitzt, indem sie Menschen von wenig sinnstiftender Arbeit befreit“ (S. 237).

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Covid-19-Impfstoffe

Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewinnt die weltweite Impfkampagne an Fahrt. Schon im Vorfeld der Genehmigungsverfahren wurden mancherorts ethische Bedenken angesichts der Herstellung mancher Impfstoffe geäußert. Der Grund: Es werden wie bei manchen anderen Impfstoffen (z.B. Masern, Röteln oder Tollwut) embryonale Zelllinien verwendet, die ursprünglich aus abgetriebenen Feten stammen. So stellen sich manche Menschen die berechtigte Frage, wie die Herstellung eines Impfstoffes auf dieser Grundlage moralisch zu bewerten sei und ob man, ließe man sich damit impfen, indirekt eine Abtreibung befürworte…
Hierauf hat der Vatikan am 17. Dezember in einer Stellungnahme die Impfstoffe für moralisch akzeptabel erklärt:
„Angesichts der jetzigen Corona-Pandemie ,können alle Impfstoffe genutzt werden, die als medizinisch sicher und wirksam anerkannt sind. Sich impfen zu lassen bedeute „keine formelle Beteiligung an Abtreibung‘ – so die Glaubenskongregation.

Sehr erhellend ist hierzu eine dieser Tage vom Wiener Imabe-Institut herausgegebenene Stellungnahme zu diesem Sachverhalt. Susanne Kummer erläutert kurz und prägnant die Zusammenhänge von der Impfstoffherstellung und Abtreibung und geht ausführlich auf die Argumentation der Glaubenskongretgaion ein.

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Wie schön die Töne leuchten

Manche der Bach-Söhne sind bis heute der Musikwelt bekannt geblieben. Doch muss man sich schon anstrengen, im Internet einen Stammbaum der Familie Bach zu finden, der auch die weiblichen Nachfahren einzeln aufführt. Hatte doch Vater Johann Sebastian (1685-1750) aus erster Ehe mit Maria Barbara (1684-1720) eine Tocher, Catharina Dorothea (1708-1774), und aus der zweiten Ehe mit Anna Magdalena (1701-1760) sogar drei Töchter: Elisabeth Juliane Friederica (1726-1781), Johanna Caroline (1737-1781) und Regina Susanna (1742-1809).
Was passierte mit der Frau des seinerzeit schon sehr geschätzten Thomas-Kantors und dessen Töchtern, als dieser 1750 zu Grabe getragen wurde? Konnten sie etwa von der Pension und der Herausgabe der vielen Werke des Verstorbenen leben? Konnten die Töchter des berühmten Vaters wie deren Brüder auch ihre künstlerischen Talente frei entfalten?
Dass das Leben der „Bachin“ und ihrer noch unverheirateten Töchter alles andere als einfach war, erzählt der jüngst erschienene historische Roman von Carola Moosbach.
Darin begleitet der Leser die Bach-Frauen durch die ereignisreiche zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts: hat Anteil an ihren großen finanziellen Nöten – nicht zuletzt bedingt durch die Folgen des siebenjährigen Krieges, dem Kampf gegen die Cholera (denen Elisabeth und Johanna erliegen), erfährt von manch unglücklichen Ehen… und den Vorbereitungen der französischen Revolution. In dieser bewegten Zeit werden Manuskripte des Vaters im noch jungen Musikverlag Breitkopf verlegt und ist ein junger begabter Poet in den besseren Gesellschaften zu Gast, Johann Wolfgang Goethe… Schließlich erhält die letzte der lebenden Bach-Töchter Regina durch einen Musikwissenschaftler vermittelt, doch ein Auskommen und kann die ihr noch verbleibenden Jahre in Würde leben.

Ein interessantes Stück Musikgeschichte, das bisher wenig bekannte Facetten der großen Bachfamilie ans Tageslicht bringt. Anna Magdalena und ihre Töchter sind wahre Lebenskünstler, die sich nicht durch noch so widrige Umstände haben unterkriegen lassen. Dafür kann man ihnen auch heute noch Respekt zollen und an ihrem Durchhaltenvermögen und ihrem Dekorum Maß nehmen.

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Hilfe von der Zwillingswelt

Gaya befindet sich in einer existentiellen Gefahr. Die Menschen dort haben sich von ihrem Schöpfer so weit entfernt, dass sie dem Religiösen gegenüber gleichgültig geworden sind und sittlich verwahrlost leben. Den offensichtlichen Mahnungen der Gottesmutter schenken sie kein Gehört mehr. Dies ist den Menschen auf dem über sechshundert Lichtjahre entfernten Planeten Aya nicht egal. Sie ticken nämlich ganz anders. Bei ihnen haben die Stammeltern Ari und Wela im Gegensatz zu Adam und Eva der Versuchung widerstanden und Gott gehorcht. Sie leben somit frei von der Erbsünde und kennen auch keine Menschwerdung der zweiten Person der Dreifaltigkeit…

Hier ist die Fortsetzung von Ronnis Abenteuer! Peter v. Steinitz setzt sich mit seinem neuen Buch mit der prekären Lage der Kirche auseinander. Die Protagonisten, eine Gruppe von Jugendlichen, die sich um Leano – dem Vetter von Ronni – scharen, ist von der Gottesmutter, der Königin des Weltalls, dazu ausersehen, bei der globalen Bekehrung der Menschheit als Vermittler aufzutreten. Doch zuvor müssen noch aussergewöhnliche kosmische Ereignisse stattfinden, die ihren geistlichen Widerhall in den menschlichen Herzen haben werden.
Im Verlauf des Romans erfährt der Leser einiges über die derzeitige Kirchenkrise vor allem in Deutschland, über den zweiten und dritten Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie und hat Anteil an den apokalyptischen Visionen des Autors im Hinblick auf eine mögliche Lösung der derzeitigen Misere. Der Autor ist ein großer Verehrer des emeritierten Papstes Benedikt XVI., den er in seiner Fiktion liebevoll Papst Bernhard nennt.
Eine gehaltvolle Reflexion unserer aktuellen Kirchen- und Glaubenskrise geschrieben sicherlich nicht nur für Jugendliche, sondern für Menschen, die wach sind, die Zeichen unserer Zeit zu vernehmen.

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Über die Einheit von Schöpfung und Erlösung

„El belén que puso Dios“ – so lautet der spanische Originaltitel der jetzt auf Deutsch erschienen Weihnachtsgeschichten. In der Tat war es Gott selbst, der, um die Krippe aufzustellen, das Universum als passenden Hintergrund dafür erschuf. Nichts blieb bei der Vorbereitung der am Weihnachtsgeschehen Beteiligten dem Zufall überlassen… So grämte sich der kleine Stern Morgenland Jahrmillionen darüber, dass er mutterseelenalleine am Rande des Universums seine Bahnen lief… bis er endlich einen großen Auftrag vom Erzengel Gabriel übertragen bekam: er wurde auserkoren, den Waisen den Weg zur Krippe zu weisen…
Diese vom kosmischen Standpunkt aus betrachtete Weihnachtsgeschichte hat der spanische Priester Enrique Monasterio 1993 verfasst und seitdem wurde sie in viele Sprachen übersetzt. Der Autor betrachtet die Krippenfiguren nicht als leblose Statisten, die nur passiv das Geschehen der Menschwerdung Gottes betrachten. Durch seine Fantasie erweckt er jede Figur, Menschen, Tiere und auch die unbelebte Natur, zum Leben und lässt sie aktiv am göttlichen Handeln mitwirken. Es ist eine poetische und zugleich tiefgehende Betrachtung des Weihnachtsgeheimnisses. Jedes Kapitel kann für sich gelesen oder auch vorgelesen werden.

„Weihnachten ist weder ein Jahrestag, noch eine Erinnerung. Es ist auch kein Gefühl. Es ist der Tag, an dem Gott in jeder Seele eine Krippe aufstellt. Uns bittet er nur, Ihm eine saubere Ecke bereitzuhalten“, so schreibt der Autor in seiner Einleitung. Möge dies alle LeserInnen inspirieren und dabei helfen, gerade in diesem Jahr zum Wesentlichen des Weihnachtsfestes zu kommen.

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Der Mann im Hintergrund

So könnte man den heiligen Josef charakterisieren. Die Bibel hat uns kein gesprochenes Wort vom Nährvater Jesu überliefert. Doch Taten sagen oftmals mehr als Worte. Josef war stets an Marias Seite und hat den neugeborenen Sohn Gottes vor der Verfolgung durch Herodes beschützt.
Papst Franziskus hat am Hochfest des Unbefleckten Empfängnis Mariens vor einigen Tagen ein Jahr vom heiligen Josef ausgerufen. Vor 150 Jahren wurde der heilige Josef zum Patron der Kirche ernannt. In einem eigenen Dekret verbindet Franziskus damit die Möglichkeit eines vollkommenen Ablasses zeitlicher Sündenstrafen für gläubige Katholiken.

Ich teile hier die verschiedenen Dateiformate des Apostolischen Schreibens Patris Corde, die ich mir dankenswerterweise von José María López-Barajas zur Weitergabe überlassen wurden:

Hier der Link zur Dropbox mit den Texten in epub, mobi und pdb.

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