Warum tun Sie das?

„Wir mussten so handeln!“ Virgile und Victoria leben auf dem kleinen Hof Sauvénie in der Dordogne. Virgile ist Bootsbauer und verbringt fast den ganzen Tag in seiner Werkstatt. Im Mai 1942 wird das kinderlose Paar gebeten, bei der Rettung jüdischer Kinder zu helfen. Es bleibt nicht bei einer einmaligen Fluchthilfe. Vermittelt durch den Dorfarzt Dr. Dujaric bewahren die beiden bis zur ihrer Gefangennahme kurz vor Kriegsende viele Juden vor einer Internierung durch die Deutschen.
Der Autor, Christian Signol, stammt aus einem kleinen Dorf der Dordogne. Er schildert in diesem Roman, wie einfache Menschen Widerstand leisten und gegen das Unrecht kämpften. Mit seinem Buch würdigt Signol ihren Mut und setzt ihnen ein literarisches Denkmal. Dieser Roman wurde 2014 mit dem Prix solidarité ausgezeichnet.
Signol portraitiert in Virgile und Victoria gewissermaßen seine Großeltern. Sie sind seine Helden, weil sie “ in ihrer natürlichen Güte und Vorurteilslosigkeit gegenüber wem auch immer und in ihrer Weigerung, das Unglick als gegeben hinzunehmen“, der Barbarei der Nazis großzügige Menschlichkeit entgegensetzten (vgl. Vorwort S. 5-6).
Ein Buch voller Mitmenschlichkeit und selbstlosem Einsatz für das Wohl benachteiligter und unterdrückter Menschen. Eine bereichernde Lektüre!

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Klare Orientierung am Rande des Synodalen Weges

Anfang Februar wurde in Frankfurt die erste Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland abgehalten. Dabei versammelten sich 230 Mitglieder der Synodalversammlung und zwanzig Beobachter aus dem benachbarten Ausland und der Ökumene um den von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ausgerichteten Synodalen Weg inhaltlich zu gestalten.

In den kommenden zwei Jahren sollen vor allem vier Themenfelder beraten werden:

1) „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“
2) „Priesterliche Existenz heute“
3) „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und
4) „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“

Bekanntlich wird dieser Dialog zu möglichen Reformen innerhalb der katholichen Kirche von den Medien intensiv begleitet. Die große Vielfalt an unterschiedlicher Meinungen fordert Christen in Deutschland heraus, sich eingehend mit den diskutierten Themen auseinander zu setzen und sich klar vor Gott und den Menschen zu positionieren.
Die Tagespost trägt auf ihre Weise zu diesem Prozess der Reflexion über die Grundlagen des Glaubens und des Lebens der Kirche bei: Bereits im Dezember und Ende Januar gab es Beilagen mit Grundsatzartikeln, die ich hier zum Nachlesen vorstellen und zur Lektüre empfehlen möchte. Alle weiteren Ausgaben werden hier eingefügt werden.

Beilage Welt & Kirche I    pdf runterladen
Beilage Welt & Kirche II  pdf runterladen

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Rätselraten mit Überraschungen

„Es ist rund. Es ist weich. Und es dauert noch ein bisschen.“ Was könnte das nur sein? Pia gibt ihrem jüngeren Bruder Bo ein schweres Rätsel auf, das ihn den ganzen Tag über zu beschäftigen scheint und ihm eine große Überraschung offenbart.
Der Familienvater Jan Kaiser, von Beruf Richter, schreibt in seiner Freizeit Kinderbücher. Sein zweites Buch wurde von Karin Lindermann wunderschön illustriert. Der WDR hat es als klingendes Kinderbuch umgsetzt, so dass es auch von Kindern von 3-5 Jahren angehört werden kann.

Hier ein Blick ins Buch:

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Imposantes intellektuelles Gebäude

So nannte der britische Philosoph Bertrand Russel die Summa Contra Gentiles vom Hl. Thomas von Aquin. Thomas selbst hätte dies sicherlich nie von seinem Werk behauptet, denn, so wird berichtet, habe er die theologische Summe unvollendet gelassen, weil ihm das bisher Gesagte wie Stroh vorkam, verglichen mit dem, was er geschaut habe…
Heute ist der Gedenktag dieses großen Heiligen und so möchte ich auf eine kurze Hinführung zum Leben und Denken des Aquinaten hinweisen, die unlängst im Verlag editiones scholasticae von Brian Davies erschienen ist. Hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Abstract des Buches:
„Thomas von Aquin (ca. 1225-1274) war einer der einflussreichsten Philosophen des Mittelalters und seine Werke werden bis heute studiert. Der führende klassische Vertreter der natürlichen Theologie und Begründer des Thomismus gehört zu den größten abendländischen Denkern aller Zeiten. Diese kurze Einführung, die von einer anerkannten Autorität geschrieben wurde, beginnt mit einer Darstellung von Thomas von Aquins Leben und dem intellektuellen Kontext seiner Zeit. Das Buch fährt fort, die Hauptlinien des Denkens Thomas von Aquins für Leser zu erklären, die bisher keine Kenntnis von Thomas Philosophie und Theologie haben. Das Buch schließt mit einer gut informierten Bewertung des Umfangs und der Bedeutung seines Vermächtnisses.“

Ein leicht zugängliches Buch, das nicht nur Studenten der Theologie oder Philosophie lesen sollten…

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Über Kult und Ehelosigkeit der Priester

Das neue Buch von Kardinal Sarah war noch nicht erschienen. Doch die Medien wussten schon um den Inhalt und in welcher Absicht der emeritierte Papst Benedikt XVI. dazu beigetragen hat…
Bevor das Buch über Priestertum und Zölibat am 21. Februar 2020 im Fe-Verlag erscheinen wird, hat dieser der Tagespost exklusiv den Beitrag von Papst Benedikt zum Vorabdruck überlassen. Hierin zeigt er in einer christologisch-pneumatologischen Exegese den Zusammenhang von Priestertum und Zölibat auf. Weiter dringt er in drei Textauslegungen tiefer in das Wesen des Priestertums ein und fragt sich dabei noch einmal, was es heißt, Priester Jesu Christi zu sein.

Zur Einstimmung auf das neue Buch hier der Textbeitrag von Benedikt XVI. zur Lektüre: pdf „Priestertum“ von Benedikt XVI

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Die Hindernisse sind unsere besten Lehrer

Diese Weisheit stammt von den alten Lehrern des Buddhismus. Teruku Uehara erinnerte sich an diesen Satz, als er über die Folgen des verheerenden Erdbebens von Ashya vom Januar 1995 berichtet: viele Japaner hat diese Katastrophe aus dem Schlaf des sicheren Materialismus herausgerissen und sie stellten sich die eigentlichen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Wo findet man das wahre Glück?
Mit den „Kirschblüten“ erscheint der dritte Band des Schriftstellers José Miguel Cejas für den deutschen Sprachraum: Lebenszeugnisse von Menschen in Japan, die durch die Berührung mit der Spiritualität des Opus Dei zum katholischen Glauben finden.

Was eint die Erzählungen zum Christentum konvertierter Menschen ganz unerschiedlicher Herkunft? Jede Taufe, sei sie bei einem heranwachsenden Menschen oder auch auf dem Sterbebett, ist „greifbares“ Wirken der Gnade Gottes. Als die ersten Mitglieder des Opus Dei 1959 in Japan ankamen, betrachtete man alle „ausländischen Relgionen“, auch die katholische Kirche mit Argwohn. So übten sie gemäß der japanischen Mentalität große Zurückhaltung gegenüber Nichtchristen, die sich von Bildungsangebot ihrer Schulen angezogen fühlten. Umso erstaunlicher ist es, wie viele der Beiträge des Buches erzählen, wie die Protagonisten quasi „von selbst“ darauf kamen, sich taufen zu lassen und nicht wenige auch Teil der Familie des Werkes werden wollten.

Bewegende Lebens- und Glaubenszeugnisse aus dem fernen Osten, die Einblicke in die Kultur eines Landes geben, wo es auch heute noch wenige Christen gibt, deren Wertschätzung aber hoch ist.

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Im seelischen Ausnahmezustand …

… befand sich Sigrid Grabner, als sie kurz nach dem Mauerfall als freier Mensch in Rom weilen durfte. Eine Stadt, die ihr fast zur zweiten Heimat werden sollte, denn immer wieder ist sie dort gewesen, um für ihre Bücher zu recherchieren, oder um „katholische Luft“ zu schnappen.
Im zweiten Teil ihrer Autobiographie verarbeitet Grabner die intensiv erlebte Zeit in Potsdam nach der Wende. Sie schildert den für die Menschen im Osten Deutschlands nicht einfachen Weg in gelebte Freiheit und Freizügigkeit. Ihre Mitarbeit in der Projektgruppe zur Tausendjahrfeier Potsdams brachte sie schnell auf den Boden der Realität. Ansichten zur Geschichte, Wahrheit der Dinge und überhaupt die Mentalität ihrer westdeutschen Kollegen ließen sie nicht selten am Sinn ihrer Existenz zweifeln. Wäre sie nicht schon zu DDR-Zeiten gläubige Katholikin gewesen, das Leben wäre ihr als Witwe und Mutter erwachsener Kinder noch schwerer gefallen.
Ihrer Neigung zur Schriftstellerei konnte sie nach der Tausendjahrfeier durch die Arbeit im Literaturbüro wieder pflegen und mit einigen Büchern krönen. Das Literaturbüro hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Schriftsteller bekannt zu machen, die sich für die Bewältigung und Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit verdient gemacht haben. Hierbei konnte sie vielen Persönlichkeiten wie Joachim Fest oder Imre Kertesz begegnen. Doch immer wieder zieht es sie nach Rom, es sind die Pontifikate vom heiligen Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die sie spirituell mehr als erfüllen und in ihrem Glauben bestärken. Frucht dieser Aufenthalte, auch als Ehrengast in der Villa Massimo, ist u.a. das Buch über Gegor den Großen. Über dieses Buch schreibt sie:
„Ich litt unter den Vorwürfen und der offenen Feindschaft, die dem ersten deutschen Papst seit einem halben Jahrtausend vor allem aus Deutschland und der hiesigen Kirche entgegenschlugen. Und immer dachte ich dabei an Gregor. So wurde dieses Buch, das 2009 erschien, auch eine Hommage an den deutschen Papst.“ (S. 329)

Die Biographie lebt von intensiven Tagebuchaufzeichnungen der Autorin und ihrer Gabe, Ereignisse mit klarem Verstand und Sinn für Wahrhaftigkeit zu reflektieren. Eine sehr persönliche Darstellung der Zeit nach der Wende aus der Perspektive einer klugen Frau, die reif an Lebenserfahrung einen Sensus für das wertvolle in menschlichen Beziehungen erlangt hat. Ihr Buch fasst einen wichtigen Abschnitt jüngster deutscher Geschichte zusammen, erlebt in der ersten Person. Sehr lesenswert und menschlich bereichernd!

Hier ein Interview mit der Autorin zum Erscheinen des neuen Buches.

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