Keine Kompromisse im Einsatz für das Leben

mary-wagnerWer mit diesem Grundsatz ernst macht, muss zu großen Opfern bereit sein! Mary Wagner, kanadische Lebensschützerin, tut dies seit mehr als 16 Jahren. Sie setzt sich mutig für das ungeborene Leben ein und wurde deshalb schon zehnmal ins Gefängnis geworfen. Insgesamt viereinhalb Jahre hat sie dort verbraucht und kam immer wieder frei. Warum tut sie das? Tobias Klein hat die Pro-Life-Aktivistin unlängst in der Tagespost portraitiert.
Die gläubige Katholikin entstammt einer kinderreichen Familie und erlebte als Jugendliche den heiligen Johannes Paul II. beim Weltjugendtag in Denver. Hier rief der Papst die jungen Menschen dazu auf, sich furchtlos für den Glauben einzusetzen. Mary Wagner fühlt seitdem von Gott für eine Aufgabe in der Pro-Life-Bewegung berufen.

Für die kanadische Gesellschaft stellt Wagners unerschrockener Kampf für jedes ungeborene Leben eine indirekte Ohrfeige dar. Das kanadische Recht kennt so gut wie keine Abtreibungsregelungen und lässt Menschen erst als Geborene vor dem Gesetz gelten. Während ihr Heimatland sie wie eine Ausgestoßene behandelt, wird Mary Wagner etwa in Polen oder Indien große Anerkennung gezollt. Dort wird sie als „katholische Heldin“ verehrt, so Klein in seinem Artikel. Darin zitiert er auch das Zeugnis einer Ordensfrau, die bei einer der letzten Verhaftungen dabei war:

„Die radikale, subversive Liebe, die Mary auslebt, ihr persönliches Opfer und die Härten, die sie auf sich nimmt, sind notwendig. Selbst hinter Gittern ist Mary freier als wir alle: Als Gefangene der Liebe und Zeugin für die Heiligkeit des Lebens, durch die Verweigerung des Gehorsams gegenüber ungerechten Gesetzen, durch ihren Einsatz für die stummen und wehrlosen ungeborenen Kinder und ihre Mütter ist Mary im tiefsten Sinne des Wortes frei.“
Respekt!

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Existiert Gott?

11552_0Und wenn es Ihn gibt… ist er allmächtig? Wenn dem so ist, warum lässt er dann unschuldige Menschen leiden? Noch mehr derartiger Fragen quälen nicht selten gläubige und nicht gläubige Menschen. Die Theodizee-Frage wird gerade in unserer Zeit immer häufiger gestellt.
Rafael Hintermann geht in seinem 5. Band der Serie „Philosophie des gesunden Menschenverstandes“ dieser Frage nach. Dabei stellt er die wichtigsten Antworten namhafter Philosophen vor. Allen voran die fünf Wege des  heiligen Thomas von Aquin, deren Diskussion und ausführliche Darlegung unterschiedlicher Gegenargumente gut die Hälfte des Buches ausmachen. Während gerade im angelsächsischen Sprachraum sich ein neuer Atheismus breit macht, möchte der Autor mit der Behandlung vor allem der „klassischen Argumente“ für die Existenz Gottes, philosophisch interessierten Lesern Hilfestellungen in der Auseinandersetzung mit dem Thema an die Hand geben.
Aus der Existenz Gottes ergeben sich weitere Fragen, etwa nach den Eigenschaften Gottes: Seine Allmacht, Allwissenheit, Güte usw. Hier erörtert der Autor interessante Gedanken zum Problem der menschlichen Freiheit im Hinblick auf das Böse in der Welt.
Wie die vorhergehenden Bände eignet sich auch dieser Band für das private Studium in der Auseinandersetzung um die Gottesfrage. Gespannt darf man auf den nächsten Band sein, den Hüntelmann zwischen den Zeilen angekündigt hat, der über Ethik handeln wird.

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War Luther katholisch?

9783506782380Diese Frage lässt sich nicht in wenigen Sätzen beantworten und beschäftigt die Lutherforschung seit vielen Jahren. Die Theologin Daniela Blum beabsichtigt auch nicht, diese Frage abschließend zu klären, um etwa das von Joseph Lortz geprägte katholische Lutherbild des 20. Jahrhunderts zu festigen.
Blum legt eine Lutherbiographie vor, die aus Begegnungen mit der spätmittelalterlichen Theologen entspringt und sich in die Gegenwart erstreckt. Sie gliedert ihre Nachforschungen in drei Teile: zunächst stehen Luthers Mentoren, seine geistigen Ratgeber wie etwa Staupitz und Tauler im Mittelpunkt der Analyse. Daraufhin kommen diejenigen Theologen zu Wort, die im Auftrag Roms seine Thesen und Schriften zu prüfen und die Anklage gegen Luther verfassen sollten. Schließlich werden katholische Theologen nach Luther vorgestellt, die maßgeblich die Lutherforschung bis in unsere Zeit geprägt haben. Die Autorin stellt die ausgewählten „Gesprächspartner“ Luthers kurz vor und arbeitet dann die jeweils bestimmende Fragestellung im Hinblick auf Luthers Thesen und existenzielle Erfahrungen heraus. So erhält der Leser im Laufe des Buches einen Überblick über die zentralen Aspekte des Glaubens, die für Luther nicht mehr mit der von ihm erfahrenen katholischen Kirche des 16. Jahrhunderts tragbar waren. Sie seien kurz erwähnt:

  1. Wie kann der Mensch in den Himmel kommen? Es ist die zentrale Frage nach der Rechtfertigung. Thomas v. Aquin traute dem Menschen noch mehr zu als Luther: Natur und Gnade wirken gemeinsam an der Rechtfertigung mit; das Handeln des Menschen ist für sein Heil relevant. Luther sieht dies anders: Durch die Taufe wird die Erbsünde nicht getilgt, nur „zugedeckt“. Der Mensch bleibt zeit Lebens Sünder, kann aber keine Rechtfertigung mehr im Beichtstuhl finden, sondern nur im Abendmahl. Luther bricht radikal mit der Sakramententheologie und Frömmigkeitspraxis der Kirche, im Grunde bleiben nur zwei Sakramente, die Taufe und das Abendmahl, für ihn bestehen.
  2. Allgemeines Priestertum aller Christen: Luther hebt den Unterschied zwischen Klerus und Laien auf unter Berufung auf die paulinische Lehre vom Leib Christi. Damit bestreitet er das päpstliche Auslegemonopol der Bibel, überhaupt die Autorität des Papstes (den er in späten Schriften nach seiner Exkommunikation auch als „Antichristen“ bezeichnet).

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Ein spannendes Werk, das dem Leser einen differenzierten wir lehrreichen Einblick in die scholastische Theologie und das Ringen um die Wahrheit über das Verhältnis von Natur und Gnade, die Sakramentenlehre, die Autorität des Papstes und überhaupt des kirchlichen Lehramts gibt. Das handliche und ansprechend aufgemachte Taschenbuch ist jedoch keine „Unterwegslektüre“, sondern ein Studienbuch, das sorgfältig umfangreiches Quellenmaterial verarbeitet und viele Originalzitate dem Leser nahe bringt und zur persönlichen Stellungnahme auffordert. Ob nun Luther katholisch war… Diese Frage muss letztlich offen bleiben. Die Tübinger Kirchenhistorikerin maßt sich kein letztes Wort über Luther an. Seine Person und seine Werke seien ambivalent und böten damals wie heute eine offene Projektionsfläche für weitere theologische Studien. Je nachdem, welche biographische Epoche, welche Schriften oder welche (politische) Konstellation aus dem Leben Luthers betrachtet würden, kämen die bisherigen Lutherstudien zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen. Keine Zeit kenne nur eine Luther-Deutung. Blum tendiert zur Aussage, dass die Reformation ein „Wittenberger Gruppenphänomen“ gewesen sei, das zunächst nur „Anregungen zur Reform“ geben und nicht primär eine Kritik an Kirche und Papst sein wollte.

Die Autorin wurde 2016 mit dem Nachwuchswissenschaftlerpreis der evangelischen Fakultät der Universität Tübingen ausgezeichnet.

Leseprobe des Verlages

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Orientierung für das Leben

Das bietet das sogenannte Basical: ein Orientierungsjahr für junge Männer und Frauen zwischen 18 und 25 Jahren.

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Es handelt sich um eine Initiative des bischöflichen Jugendamtes der Diözese Augsburg. Vor zwei Jahren hat Jugendpfarrer Florian Marktes dieses Projekt ins Leben gerufen, um junge Menschen in ihrem Glauben zu stärken. Aus dem Programm:
„Du wohnst mit Gleich­gesinnten vom 1. Oktober bis 4. Juli in einer WG mitten in der Altstadt Augsburgs zusammen. Zusammen steht ihr an einem ähnlichen Punkt im Leben: Frisch nach der Schule, nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder ähnlichem hast du noch nicht die eine Idee oder gleich tausende auf einmal, wie dein Weg weiter gehen kann. Das Basical gibt dir die Zeit und Möglichkeit, durchzuatmen und dir dein eigenes Bild zu machen: Von dir. Von Gott. Und von der Welt um dich herum.“

Bewerben kann man sich bis Ende Mai, die Kosten pro Monat belaufen sich auf 320 Euro. Maximilian Lutz portraitiert das Leben in dieser kleinen Gemeinschaft in einem kürzlich in der Tagespost erschienen Beitrag, der für Interessierte einen guten Einblick in den Tagesablauf dieser „Glaubens-WG“ gibt.

pdf Artikel Lutz

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Hör nicht auf, Dich zu verschenken…

Ein Bekannter machte mich auf dieses Lied von Sarah Connor aufmerksam. Das Leben mit „vollen Händen verschwenden… auch wenn es weh tut“ – das könnte ein Motto zur Ganzhingabe an Gott sein. Vielleicht hat die Sängerin das nicht in dieser Hinsicht gemeint, dennoch lohnt es sich, den Text zu betrachten…

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Entdeckt den Plan Gottes für Euer Leben

Im Oktober 2018 wird die nächste Weltbischofssynode über Jugendliche, ihren Glauben und ihre Berufungsentscheidung beraten. Anlässlich der Vorstellung eines Vorbereitungsdokuments für die Synode, hat sich Papst Franziskus persönlich mit einem Brief an die Jugendlichen gewandt.

„Ich wollte, dass Ihr im Zentrum des Interesses steht“, ruft der heilige Vater der Jugend zu. Dies ist nicht nur ein Akt der väterlichen Fürsorge. Vielmehr wünscht sich der Papst, dass sich viele junge Christen aktiv an der Vorbereitung der Synode beteiligen. Denn die Kirche möchte auf ihre Stimme nicht verzichten.

pdf des Papstbriefes

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Eine „Bekehrung von oben“ …

bildschirmfoto-2017-01-08-um-10-50-07… die tragischerweise ohne Folgen blieb! Sie hätte nämlich die Reformation verhindern können. Diese Auffassung vertritt der katholische Publizist Bernhard Meuser in seinem unlängst in der Tagespost erschienen Beitrag „Die verpasste Reformation“.

Was ist damit gemeint? In Papst Hadrians VI. kurzem Pontifikat (1522 – 1523) fällt der Reichstag in Nürnberg. Es ging dort um die Thesen Luthers, der seinerzeit schon exkommuniziert war. Der „Deutsche Papst“  war anders als sein Vorgänger Leo X. Er war äußerst fromm, lebte sehr sparsam und asketisch und machte sich viele Gedanken um die Situation der Kirche – vor allem der Entwicklungen der deutschen Kirche. Damit hatte er sich wenig Freunde gemacht und war Spott und Hohn ausgesetzt.
Chieregati, der päpstliche Gesandte wurde am 3. Januar 1523 in Nürnberg mit Spannung erwartet. Denn er brachte ein Dokument mit, das keiner der 300 Teilnehmer erwartete: Ein öffentliches Eingeständnis der langjährigen Verfehlungen der obersten Amtsträger der Kirche, eine demütige Bitte um Verzeihung und Ankündigung schrittweiser Reformen.
Was wäre geschehen, hätten die Reichstagsteilnehmer diese Geste des Entgegenkommens ernst genommen?
Es kam anders: Luther nannte Hadrian einen „Antichristen“, weitere „Gravamina“ wurden nach Rom gesandt und die Geschichte nahm ihren bekannten Verlauf.

Meuser gibt uns zu bedenken, dass derartiges Verhalten in der Geschichte nicht einzigartig ist: „Es sollte übrigens nicht das letzte Mal sein, dass glaubwürdige Nachfolger Petri sich als die härtesten Kritiker ihrer Kirche erwiesen: Johannes Paul II. mit seinem Schuldbekenntnis, Benedikt XVI. mit seiner Forderung nach Entweltlichung, und zuletzt Papst Franziskus bei einer Vielzahl von Gelegenheiten. (…) Geht es Papst Franziskus einst wie Hadrian?“ Noch sei vom missionarischen Aufbruch in der Kirche nicht viel zu spüren.

Ein lohnenswerter Beitrag nicht nur wegen des langen Abschnitts aus dem Sendschreiben Hadrians.

pdf Artikel Meuser

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