Unvergessene Kindheit in Afrika

Im Norden Nigerias verbrachte Nicola Vollkommer eine unbeschwerte Kindheit. Während ihre Altersgenossen im Nachkriegsengland die Schulbank drückten, ging sie mit ihren beiden Schwestern Tanya und Andrea zu Mrs. Prescott, einer Privatlehrerin. Dort lernte sie mehr als das Einmaleins, denn hier wurden vormittags die Kinder aller Altersstufen englischer Missionare und Unternehmer gemeinsam unterrichtet… die Nachmittage gehörten meist Tango, arabischen Rennpferd, mit dem Nic eine Seelenverwandtschaft verband und der ihr wohl den fehlenden Bruder ersetzt hat.
In ihrer Autobiographie schildert die spätere Cambridge-Absolventin farbenfroh, wie das Leben in den 60 iger Jahren im Herzen Afrikas gelingen konnte. Dass ihr fröhliches Zuhause in Bukuru auch vom Völkermord an den Ibo erschüttert wurde, verschweigt sie nicht. Ihr Vater hatte dabei vielen Afrikanern das Leben gerettet und sich dabei nicht geschont.
Vor allem aber ist ihr Buch eine Hommage an ihre Mutter, von der sie die Freude am Glauben und eine Portion Durchhaltevermögen mitbekommen hat. Ihr allzu früher Tod mit nur 57 Jahren hat sie tief getroffen und ihr gezeigt, wie wichtig die eigene Familie als Rückhalt in solchen schweren Momenten des Lebens ist.

Nach ihrer Romanbiographie über ihren „Eskimo-Onkel Jack Sperry“ ist auch dieser Roman eine wertvolle und bereichernde Lektüre.

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Weggabelung und Zeitenwende

Bis vor einer Woche konnte die Corona-Pandemie eine Art Wendepunkt in der jüngesten Gesellschaftsentwicklung darstellen. Nun müsste man sagen, dass es ein Vorher und Nachher der Flutkatastrophe gibt, die unlängst weite Teile von Rheinland-Pfalz und NRW erschüttert hat… Wir erleben an vielen Orten, dass Menschen zu Schutzengeln ihrer Nachbarn oder wildfremder Menschen geworden sind, wenn sie ihnen in dieser Zeit der Not und Bedrängnis beistehen und tatkräftig helfen.
So sind die vielen guten Gedanken, die Heilige Vater für die Zeit nach der Pandemie ausgesprochen hat jetzt auch für die Zeit in und bei der Bewältigung der Flutkatastrophe mehr als passend und trostspendend.

Der Papst wird beispielsweise danach gefragt, was für ihn die wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer säkularen Welt sind? „Die Gesellschaft ist konkurrenzorientiert, individualistisch und hemmungslos. Wir finden heute kaum noch Zeit, um darüber nachzudenken, wie wir leben, was wir besitzen, was wir vergessen und welche Fehler begehen. Wir sind überwältigt von Produktionsrhythmen und einer ängstlichen Konsumbesessenheit, ohne dass wir uns bewusst machen, dass die Gewinne nur für einige Privilegierte sind.“ (S. 68) Eine christliche Antwort auf diese Haltung kann nach Papst Franziskus nur in gelebter Nächstenliebe und im Mitleid mit den Ärmsten der Armen liegen.
Auch der Kirche wünscht sich der Papst einen Prozess der inneren Reinigung und Läuterung um wieder durch und durch missionarisch zu sein. Die Kirche muss wieder zu einem Referenzpunkt werden, um die Menschheit aus der gesundheitlichen, moralischen und spirituellen Krise heraus zu führen und ihr neue Perspektiven zu geben. (vgl. S. 56)
Im Hinblick auf den Umgang mit der Natur und ihrer Schöpfungsordnung mahnt der Pontifex den unablässigen Notruf in Form von Umweltzerstörung und extremen Wetterphänomen zu vernehmen.

Man könnte meinen, dass durch die Corona Pandemie die Menschen sich bereits in großer Solidarität derart eingeübt haben, dass sich diese jetzt im Zuge der aktuellen Flutkatastrophe noch vervielfacht hat.

Das Buch bietet einen guten Überblick über die aktuellen Fragen der christlichen Soziallehre, die uns als Weltgemeinschaft alle betreffen. Es entstand aus einem Gespräch mit Domenico Agasso, einem Journalisten und Vaticanisten. Die Gespräche fanden teils am Telefon statt und wurden von der Geräuschkulisse der Kinder begleitet, auf die der Papst mit einem Lächeln reagierte. Die Übersetzung aus dem Italienischen erfolgte von Georg Gänzwein.

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Klarheit für den Glauben

Der synodale Weg und die damit einhergehenden Diskussionen haben viele gläubige Christen verwirrt. Man bekommt den Eindruck, dass es innerhalb der katholischen Kirche vor allem um die Frage der Frauenordination, um die Öffnung des Herrenmahls für Protestanten oder aber um eine überfällige Revision der Morallehre geht. Immer weniger wird in Predigten am Sonntag vom eigentlichen Glauben gesprochen, von Gott als dem Schöpfer der Welt, von Engeln als Beschützer der Menschen, von der Hölle, die aufgrund der zahlreichen biblischen Hinweise doch existieren muss…

Was den Glaube der katholischen Christen ausmacht, ist keine Frage der Mehrheit. Deswegen hat Ralph Weimann, Priester und Theologieprofessor am Angelicum in Rom, eine Reihe von „Basics“ oder FAQs zu Fragen des Glaubens zusammen gestellt, die gläubigen Menschen helfen möchten, Klarheit für ihr Leben mit Gott zu behalten.

In 18 Kurzbeiträgen geht Weimann auf viele der „heißen Eisen“ ein, die immer wieder in den Medien und Talkshows diskutiert werden: Kann man überhaupt Wahrheit erkennen? Wenn ja, wie kommt die katholische Kirche dazu, für sich und ihre Lehre den Absolutheitsanspruch zu erheben? Muss man getauft sein, um ein Kind Gottes zu sein – Gott hat doch alle Menschen erschaffen und liebt sie? Ist der Papst wirklich unfehlbar? Gibt es die Engel und die Heiligen wirklich?

Im Grunde geht es in den vielen Fragen um das Wesen christlichen Glaubens, dass es eine Wirklichkeit jenseits der Erfahrung unserer fünf Sinne gibt. Dass sich Gott dem Menschen zuerst offenbart und durch seinen Sohn Jesus Christus alle Menschen erlöst hat. Weimann möchte mit seinen leicht verständlichen Antworten den Blick weiten für den gesamten Glauben, für seine innere Stimmigkeit und Erfahrbarkeit. Man muss kein ausgebildeter Theologe sein, um verstehen zu können, dass Gott Vater ist, dass er möchte, dass alle Menschen gerettet werden.

„Der Glaube ist kein kompliziertes Gebilde von Theorien, sondern einfach und damit für jeden Menschen grundsätzlich zugänglich.“ Mögen dieses kurze Büchlein dabei helfen, die Wahrheit des Glaubens zu erkennen und ihn glaubhaft zu bezeugen.

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Il prete rosso

Als dieser war Vivaldi (1678-1741) in Venedig bekannter als unter seinem eigentlichen Namen -als der rothaarige Priester. Früh erlernt Vivaldi das Geigenspiel von seinem Vater, einem Orchestermusiker. Er ist der älteste von zehn Geschwistern und wird für das Priestertum bestimmt, ein Weg für die große Familie ein sicheres Einkommen zu garantieren. Doch auch seine musikalisches Talent wird weiter gefördert und bald übt der Älteste mit seinem Vater schwierige Orchesterpassagen und vertritt ihn hin und wieder bei Aufführungen. Fast sein ganzes Leben lang ist Vivaldi beim Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für ausgesetzte Mädchen, als Musiklehrer angestellt und beginnt sich daneben als Opernkomponist einen Namen zu machen und vor allem dadurch die immer größere Familie zu ernähren. In Venedig wimmelt es nur so von Opernhäusern und Konzertsälen, und Musiker und Komponisten liegen miteinander im Wettstreit, bei einem noblen Auftraggeber in Stellung genommen zu werden.

Das ursprünglich als Drehbuch für einen Film inspirierte Buch von Peter Schneider erzählt in Romanform das bewegte und auch tragische Leben Vivaldis. Im Venedig zu Beginn des 18. Jahrhunderts regiert eine leichtlebige oberflächliche Gesellschaft, die einen schier unersättlichen Hunger auf leichte Opern andere Vergnügungen hat. Dagegen herrscht im Waisenhaus ein strenges Regiment der Priora, die jeden Auftritt des Maestro mit seinen Schülerinnen genaustens verfolgt. Über die Jahre hinweg formt der begnadete Lehrer aus den Schülerinnen des Ospedale ein ansehnliches Frauenorchester, dessen Ruf die Höfe Europas erreicht und viele Herrscher und spätere Gönner Vivaldis nach Venedig zieht.
Aus dem ursprünglichen Filmprojekt zur Vita Vivaldis ist nichts mehr geworden, da der Auftraggeber, der bekannte Kameramann Michael Ballhaus 2017 verstarb. Schneider ist sehr bemüht, dem Geheimnis der Beziehung von Vivaldi zu seiner Meisterschülerin und späteren Primadonna Anna Girò auf die Spur zu kommen… doch reichen die Vermutungen über die angebliche amicizia nicht aus, Vivaldi, der zeitlebens katholischer Priester war, in Verruf zu bringen.

Das bewegte Leben des maestro di violino bewegte sich zwischen Venedig, Mantua und Wien, wo er verarmt starb. Fast 200 Jahre lang sind er und seine Kompositionen in Vergessenheit geraten und durch einen zufälligen Fund in einer Klosterbibliothek wieder gefunden worden und einige seiner Kompositionen gehören heute zu den meistgespieltesten Werken…

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Getauft im Namen des Vaters…

Der Weg zu diesem denkwürdigen Ereignis war weit und steinig… Kontantin wurde früh seinem Vater und Caesar Constantius entrissen und zur Ausbildung an den Hof des Augustus Diokletian gebracht. Hier sollte er für spätere Führungsaufgaben im römischen Reich herangezogen werden. Er wächst unter der Obhut seines Lehrers und Christen Laktanz auf, der ihn mit seinem Bekennermut und scharfem Verstand sein Leben lang als Berater zur Seite stehen wird. Je mehr die alten römischen Gottheiten ausgedient haben, desto intensiver verfolgt man die Anhänger einer neuen Sekte, die sich Christen nennen…

Die Romanbiographie zum Leben und Wirken Kaiser Kontantins von Marco Kunz nimmt den Leser hinein ins so erfolgreiche wie auch tragische Leben desjenigen römischen Kaisers, der schließlich den grausamen Verfolgungen der Christen ein Ende gesetzt und die freie Ausübung jeder Religion gewährt hatte.
Der rote Faden, der das gesamte Buch durchzieht, ist die Taufhandlung durch Bischof Eusebius von Caesarea am greisen und dem Tode nahen Kaiser, der sich dann an wichtige Episoden seiner ereignisreichen dreißig Regierungsjahre erinnert. Kunz ist es aber vor allem daran gelegen, den Lesern auch ein Stück Kirchengeschichte zu vermitteln. Die gerade von den Repressalien befreite junge Kirche streitet sich immer wieder über „theologische Spitzfindigkeiten“ – wie Konstantin findet – hierbei handelt es sich jedoch um gewichtige Themen wie die Lehre über die Dreifaltigkeit und das Wesen der Person Jesu Christi. Als Kaiser hat Konstantin auch die Aufgabe für Einheit innerhalb der christlichen Kirche zu sorgen, was er 325 mit der Einberufung des Konzils von Nizäa auch tut, bei dem er den Vorsitz führt.

Es mag nach Größenwahn klingen, doch Konstantin sah sich von Gott persönlich dazu ausersehen – er selbst vergleicht sich dabei mit Mose – das Christentum auf der ganzen Erde zu verbreiten und dafür sind ihm alle Mittel „heilig“. Um diesen Auftrag auszuführen, wartet er bewusst damit, selbst getauft zu werden.

Kunz hat historisch präzise recherchiert und erinnert en passent den Leser an die großen Errungenschaften seiner Zeit als christlicher Herrscher des römischen Reiches: etwa an die „Gastgeschenke“, die seine Mutter und Bischof Agritius ihm zu seinem Regierungssitz nach Trier mitbringen – den heiligen Rock und die Gebeine des Apostels Matthias; an die Einführung des

als allgemeinen Ruhetag für Christen und Nichtchristen im Reich, an die Auffindung des heiligen Kreuzes in Jerusalem durch seine Mutter Helena…

Für alle an der frühen Kirchengeschichte Interessierte ist dieser Roman nicht nur kurzweilig zu lesen, er ist auch spirituell bereichernd und bringt die große Persönlichkeit Konstantins nahe. Sehr lesenswert!

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Du musst die Fenster der Seele öffnen…

und die Musik der Dinge hereinlassen. Diesen schwierigen Ratschlag gibt Adao seinem Schützling Sesé, als dieser wieder einmal von Traurigkeit befallen ist… doch wie schwierig ist das. Sesé übt täglich fleißig Klavier… aber dies ist „Musik von drinnen nach draußen“, „kalte Musik für andere“… was ihm fehlt, ist Musik, die aus seiner Seele kommt.

Seit seiner Jugend lebt Sesé bei seinem Onkel und geht auf eine gute von Ordensleuten geführte Schule in Natal. Er ist begeisterter Schwimmer und liebt Literatur. Doch fühlt er sich oft einsam und traurig. So erfindet er mit seiner blühenden Fantasie imaginäre Freunde: die Kröte Adao und den Schauspieler Maurice. In nächtlichen Dialogen ringt er mit ihnen um die großen Fragen des Lebens, lässt sich beraten und wird langsam aber sicher erwachsen.
Sein wichtigster Begleiter in der Schule ist Bruder Fayolle, der ihn mit Engelsgeduld durch alle Höhen und Tiefen seines reichen Gefühlsleben begleitet und auch immer wieder sein Gewissen prüft.

Vasconcelos zweiter Teil seiner Romanbiographie schließt nahtlos an die Kindheit Sesés an, die er bereits meisterhaft in „Mein kleiner Orangenbaum“ beschrieben hat. Ein Roman voller Nostalgie und großen Erkenntnissen, die der junge Brasilianer nach und nach macht: im Leben bleibt nichts wie es war. Sesé ist nicht immer in der Lage, sich selbst zu verstehen. Er braucht seine imaginären Freunde und auch seinen Mentor am Gymnasium, um Klarheit über sein oft aufgewühltes Inneres zu bekommen und an jeder kleinen oder großen Krise zu reifen.
Vasconcelos war einer der wenigen Autoren Brasiliens, der von seinem Werk leben konnte. Sein Erfolg verdankt er, einem Biographen zufolge, seiner Leichtigkeit, mit den Lesern zu kommunizieren.
Eine bereichernder Roman, den man sich schon für den nächsten Urlaub als Lektüre vormerken kann…

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Unter dem Segen der Kirche

Der Vatikan hat Segnungen für homosexuelle Paare einen Riegel vorgeschoben… in Deutschland wurde diese Weisung ignoriert und mit lautem Protest begleitet. Es ist nicht leicht für einen Laienchristen, die exakten Gründe und theologischen Erörterungen hinter solchen Entscheidungen nachzuvollziehen. Umso hilfreicher ist deshalb die von Bischof Oster jüngst verfasste ausführliche Stellungnahme zu diesem Thema.

Mit seinem Aufsatz möchte er gar nicht im Namen der katholischen Kirche Deutschlands oder gar für das Lehramt sprechen. Er legt mit großer Klarheit seine persönliche Meinung dar, was überzeugt ihn an den Argumenten der Befürworter und was nicht… und er erläutert, warum gerade die Theologie des Leibes in dieser Debatte so hilfreich sein kann.
Wenn es um den Segen der Kirche geht, geht es darum, etwas „gut zu heißen“. Genau hier setzt die anspruchsvolle Lektüre des Beitrags des Passauer Bischofs an: was wird gesegnet oder besser wer? Und kann die Kirche das wirklich gutheißen ohne sich vom christlichen Menschenbild weg hin zu einer alternativen Anthropologie zu bewegen? Oster schreibt:

„Was sich aus dieser Tiefenschau des Menschen und seiner Beziehungen zu sich, zu den anderen und zu Gott aber zeigt, erneuert und vertieft im Grunde, was die Kirche seit ihrem Anfang sagt, nämlich, dass Beziehungen, die den sexuellen Akt einschließen ohne eine Ehe zu sein, aus der Sicht der Offenbarung und des Glaubens nicht einfach gut geheißen, also nicht gesegnet werden können; vor allem nicht offiziell im Namen einer Kirche, die diesen Glauben zu verkünden und ihm zu dienen hat.“

Die Absage an offizielle Segnunen für Lebensformen außerhalb der Ehe ist, so schreibt Oster am Ende seiner Ausführungen, eine „große Verpflichtung und Herausforderung für uns als Kirche auch die Vielen aufrichtig zu begleiten, die sich schwer damit tun, ihr eigenes Leben mit der Lehre des Glaubens in Übereinstimmung zu bringen“.

Hier das lesenswerte Dokument:

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Die Quelle der Liebe neu entdecken

Kurienkardinal Sarah macht Eheleuten Mut: keine Situation ist so ausweglos, dass es keinen Neuanfang gäbe. Doch kann dieser ohne Rückgriff auf die Sakramente geschehen? Kaum. In seinem jüngsten Buch, das grundlegende Texte von Exerzitien für Eheleute enthält, vermittelt Sarah worin der biblische Glaube über Ehe und Familie besteht und wie dieser auch heute praktisch gelebt werden kann.
Der kürzlich in den Ruhestand getretene Kurienkardinal nimmt Maß an den von Johannes Paul II. gehaltenen Katechesen über die Theologie des Leibes und erklärt, wie eheliche Liebe, Treue und Hingabe in der Schöpfungsordnung verankert ist. Die Sprache der Liebe muss immer auf Wahrheit gegründet sein, denn nicht alle Formen der Partnerschaft sind Quelle des Lebens. Gott ist der Ursprung der ehelichen Liebe und so auch Garant der Treue und Stabilität der Beziehung zwischen den Eheleuten.
Anschaulich erklärt Sarah, dass Jesus nicht gefühllos gegenüber den Schwächen menschlicher Leidenschaften und Launen gewesen war. Wahre Erneuerung der Liebe sei jedoch nur in der Vergebung und Barmherzigkeit Gottes zu finden.
Der emeritierte Präfekt für die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung gibt Eheleuten auch sehr konkrete Tipps mit auf den Lebensweg: im Anhang des Buches gibt es ein wertvolles Kapitel über gemeinsames Beten der Ehepartner und auch ein „Zuhör-Atelier“!

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Wo Menschen leben und gedeihen…

Das Leben der Eskimos in der Arktis war in den fünfziger Jahren alles andere als einfach. Die lebensfeindlichen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, das halbe Jahr über in völliger Dunkelheit und nur Tierhäute als Kleidung… und dennoch bauen sie ihre Kultur seit Generationen.
Jack Sperry (1924 – 2012) war schon von Kindheit an vom Leben der Inuit, der Ureinwohner der Polarregion fasziniert. In Mittelengland aufgewachsen wuchs in ihm eine missionarische Berufung heran, die ihn schließlich nach Coppermine, einem kleinen Ort mitten im gefrorenen Eis führte. Gemeinsam mit seiner Frau Betty begann er dort sein segensreiches Wirken unter den Inuit, lernte ihre Sprache und war für die Familien ihr Zahnarzt, Geschichtenerzähler, Missionar und vieles mehr.

Nicola Vollkommer erzählt die faszinierende Lebensgeschichte ihres Onkels. Fast 20 Jahre lang fuhr der Minihitak, wie ihn die Eskimos liebevoll nannten, im ewigen Eis mit Schlitten und Hunden von einer Ortschaft zur nächsten, um regelmäßig alle Siedlungen zu besuchen. Anschließend wirkte er fünfzehn Jahre lang als anglikanischer Bischof in der östlichen Arktisregion.

Das Buch liest sich wie ein spannender Roman, der den Leser mit der atemberaubenden Schönheit der arktischen Schneelandschaft in Berührung bringt. Aber auch mit Lebensgewohnheiten, die für Menschen aus den gemäßigten Breitengraden kaum zu ertragen wären. Das Leben im ewigen Eis Mitte des letzten Jahrhunderts entbehrte jeglicher Intimität, gab es doch in einem Iglu nur einen großen Raum… und doch herrschte dort eine Lebensfreude und ein Familienzusammenhalt, der Sperry und seine Familie für immer geprägt hat und mit den Inuit verbunden sein ließen.

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Deutsches Lesefest

Heute ist es soweit: 23. April ist der Welttag des Buches! Ein großer Tag vor allem für die Schulen. Das Buch erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, digital oder in Papierform.

Sicherlich ein guter Anlass, mal wieder zu einer bereichernden Lektüre zu greifen!

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