Nicht Entzauberung, sondern Verzauberung

Ernst Peter Fischer

Allgemeinhin wird mit „Entzauberung der Welt“ die These verstanden, dass im Zuge der Aufklärung alle Geheimnisse der Natur gelüftet wurden. Hier möchte Ernst Peter Fischer, emeritierter Wissenschaftshistoriker aus Konstanz vehement widersprechen. Seine Gegenthese formuliert er unter anderem in einem Gastbeitrag im Magazin des deutschen Philologenverbands. Die vielen neuen Erkenntnisse vor allem der Naturwissenschaften würden die Welt mehr verzaubern und Geheimnisse offenbaren, als sie vollständig zu erklären.
Fischer möchte in diesem sehr lesenswerten Artikel aber noch mehr vermitteln, als lediglich eine bekannte These zu widerlegen. Ihm geht es um wahre Aufklärung des Menschen, die sich auch heute vollziehen muss. Sie besteht für ihn darin, dass sich jeder Gedanken darüber machen sollte, was uns etwa die Wissenschaft an Neuem präsentiert. Da gibt es wohl die „Bringschuld“ der Experten, die möglichst einfach ihre neuen Entdeckungen der breiten Masse zugänglich machen sollten. Aber auch eine „Holschuld“ vonseiten der Menschen, die sich seiner Meinung zu passiv verhalten. Wir hätten uns heute daran gewöhnt, durch eine Vielzahl von digitalen Kanälen mit Informationen versorgt zu werden. Der Mensch heute ist gut informiert. Aber denkt er auch noch? Gibt es in der Art und Weise, wie Wissen heute – nicht nur in Talkshows oder Bestsellern – an Schulen und Hochschulen vermitteln wird, noch Raum zum Weiterdenken. Gibt es Ansätze zur Reflexion oder wird alles so präsentiert, als sei nun alles bekannt?
Der Autor, der jetzt in Heidelberg lehrt, möchte nicht zuletzt zu einer neuen Form der Wissensvermittlung aufrufen, die stets Interesse weckt, Raum zur eigenen Reflexion lässt, und nach alter sokratischer Art das Gegenüber herausfordert. Hier sieht Fischer einen Ansatz für eine Pädagogik, die zu wirklich aufgeklärten und reifen Persönlichkeiten führen kann – Persönlichkeiten, die die Zukunft braucht!

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