Groteske Folgen der Kommerzialisierung des Lebens

Quelle: Amazon

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Fast alles scheint heute käuflich: bezahltes Schlangestehen, Body-Advertizing, Zellen-Upgrade im Knast. Die Regeln des Marktes haben viele Lebensbereiche infiltriert, auch jene, die eigentlich jenseits von Konsum liegen sollten: Medizin, Erziehung, Politik, Recht, Erziehung, Sport, sogar auch Familie und Partnerschaft. Ohne es zu merken, haben wir uns von einer Markwirtschaft hin zu einer Marktgesellschaft gewandelt. Michael Sandel, Harvard Starprofessor macht in seinem Bestseller auf die moralischen Grenzen des Marktes aufmerksam. Seine These: die Märkte haben einen Einfluss auf die gehandelten Güter und die mit ihnen verbundenen Werte. Wenn die Menschen beschließen, dass bestimmte Güter ge- und verkauft werden dürfen, entscheiden sie auch darüber, dass es in Ordnung ist, sie als Waren zu behandeln, als Werkzeuge für den Profit und den Gebrauch. Doch nicht alle Güter werden angemessen bewertet, wenn man sie als Ware betrachtet!
Ein sehr lesenswertes Buch, dessen Lektüre nachdenklich macht, in wieweit man selber Entscheidungen von ökonomischen Interessen abhängig macht. „Was bringt mir das“ – wie häufig liegt diese Überlegung Entscheidungen zugrunde.  Zwischen den Zeilen des Buches hört man den Ruf nach einer moralischen Begrenzung des Marktes. Es ist der Ruf nach einer Wirtschaftsethik, die eine angemessene Bewertung der Güter vollziehen und politisch durchsetzen kann. Institutionen wie die etwa die IESE Business-School stehen vor keiner leichten Bildungsaufgabe!

Interview mit Sandel              Bericht Zeit online

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