Ein Plädoyer für das Leben

Lotta CoverSandra Roth – Journalistin und Publizistin – hat sich bewusst für ihre Tochter entschieden. Als sie mit Lotta – wie sie im Buch genannt wird – bereits im neunten Monat schwanger ist, stellen die Ärzte eine Gefäßfehlbildung im Gehirn ihrer ungeborenen Tochter fest. Was bedeutet das? Das können ihr auch die Ärzte nicht mit Sicherheit sagen. Die Möglichkeit, noch straffrei abzutreiben, zieht sie nicht in Erwägung. Gemeinsam mit ihrem Mann Harry nehmen sie ihre Tochter an – mit ihren Behinderungen. Es ist nicht nur eine, es sind sukzessive viele: Lotta kann nicht krabbeln, nicht sitzen oder ihren Kopf gerade halten, sie bekommt regelmäßig epileptische Anfälle, muss häufig operiert werden … sie muss rund um die Uhr betreut werden. Sie ist eine „Wundertüte“, voller Überraschungen. Doch sind diese nicht immer Notfälle, sondern wie Roth ergreifend schildert: Lottas erstes Lächeln und Lachen und ihre ersten Versuche, sich zu artikulieren werden zum Fest für die ganze Familie und alle Freunde, die ihnen zur Seite stehen.
Ein äußerst lebensnahes Buch. Authentisch und voller Ehrlichkeit schildert die Autorin das Familienleben mit ihrer behinderten Tochter. Schonungslos aufrichtig erzählt sie, wie Lotta ihr ganzes Leben und das der noch kleinen Familie durcheinander gebracht hat: Berufliche Pläne, persönliche Vorlieben… Das Buch ist eine Liebeserklärung an ihre Tochter, die sie auf keinen Fall missen möchte. Roth schreibt am Ende ihres Buches:

„Ich weiß nicht, ob die letzten drei Jahre im Rückblick harte oder leichte Jahre sein werden. (…) Ich weiß, dass ich weiter auf Spielplätze gehen werde, auch wenn so mancher komisch guckt. Ich weiß, dass Ben (Lottas älterer Bruder) viel von Lotta lernen wird, darüber, was im Leben wichtig ist. Dass man zum Lachen nicht laufen können muss und zum Lieben nicht sehen. Ich weiß, dass ich für Lotta da sein werde – nicht weil ich muss, sondern weil ich es will. Weil es mich glücklich macht, wenn ich sie glücklich machen kann.“ (S. 259)
Dies ist ein Buch, das allen Frauen Mut macht, sich trotz vieler Ängste, für ein Kind mit Behinderungen zu entscheiden, d.h. für ein Leben das reich an persönlichen Entbehrungen aber auch an Bereicherungen sein wird.

Interview mit Sandra Roth

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4 Antworten zu Ein Plädoyer für das Leben

  1. Miri schreibt:

    Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit gelesen und es hat mich sehr beeindruckt.

  2. Soeben in die Kath. Bloggerliste eingetragen.
    Herzlich willkommen!
    http://www.bloggerliste.blogspot.de

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