Musik für den Frieden

162_73892_95410_xlDie ehemalige Hauptstadt Jugoslawiens wird während des Bürgerkriegs Anfang der 90 er Jahre unentwegt aus den umliegenden Bergen beschossen und es gibt kein Entrinnen aus diesem Inferno. Ein Cellist der einstigen Philharmonie Sarajevos muss mit ansehen, wie 22 Menschen, die vor einer Bäckerei Schlange stehen um Brot zu kaufen, von einer Granate in den Tod gerissen werden. Er beschließt daraufhin, für jeden einzelnen Menschen jeden Tag zur Zeit des Granatenabwurfs im Frack mit seinem Cello das Adagio g-Moll von Albinoni zu spielen. Inmitten der Trümmer versucht er mit dieser Musik seiner Trauer Ausdruck zu geben und den Menschen, die sich in den Häusern oder Ruinen aufhalten, ein wenig Freude und Hoffnung zu geben. Dafür setzt er 22 Tage lang selber sein Leben aufs Spiel – denn die Stadt wird von Heckenschützen terrorisiert, die wahllos töten, wer ihnen ins Visier gerät.
Galloway zeichnet ein lebensnahes Bild dieser schrecklichen Zeit des Bürgerkrieges. Er portraitiert einiger Menschen, die Pate für die Bevölkerung der damals belagerten Stadt stehen. Inmitten des trostlosen Daseins, das von der täglichen lebensgefährlichen Suche nach frischem Wasser und Brot gekennzeichnet ist, beschreibt er auch Momente, die wie Oasen des Friedens und der Hoffnung erscheinen. In der unbeschreiblichen Not gibt es viel Menschlichkeit und Solidarität, von der die Medien nicht berichtet haben.
Das Buch ist hart, weil jeder Krieg vielen unschuldigen Menschen das Leben nimmt oder ihre Zukunft zerstört. Das Buch kann aber gerade heute, wo an vielen Orten der Welt Bürgerkrieg herrscht, Mut und Hoffnung machen, dass es auch unter vielen Trümmern Nächstenliebe geben wird, die das Überleben unter solchen Umständen möglich machen.

Der Cellist Vedran Smailovic konnte Sarajevo im Dezember 1992 verlassen und lebt heute in Nordirland.  Erst 2012 kehrte er wieder in seine Heimatstadt zurück, um dort zu spielen.

Trailer Film                                    Smailovic 2012 in Sarajevo

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