Glück im Flickenteppich der Familie

41vhn-e2LiL._SY344_BO1,204,203,200_Melanie Mühl prangert nicht unsere nicht mehr heile Welt an. Sie glorifiziert auch nicht die ideale „Kernfamilie“, die es nicht gibt. Sie verurteilt auch keinen, dessen Beziehung oder Familie aus welchen Gründen auch immer zerbrochen ist. Wogegen sie sich wehrt, ist, dass unsere Gesellschaft dies immer mehr toleriert und gutheißt, was eigentlich eine Tragödie ist: dass Familien auseinander gerissen werden, dass Kinder zu „Kids on tour“ (Deutsche Bahn) werden, solchen, die jedes Wochenende durch die Republik pilgern, um beim jeweils anderen Elternteil zu sein. Die geschickte Inszenierung dieses gesellschaftlichen Trends durch Fernsehserien und Talkshows tut ihr weiteres, um die katastrophalen Folgen für die Scheidungskinder zu beschönigen.
Hier gibt es nichts zu beschönigen, und damit sollte sich unsere Gesellschaft konfrontieren. Tut sie – tun wir es nicht, laufen wir Gefahr, uns etwas vor zu machen, bis uns diese dramatische Lebenslüge einholt oder auch überholt und in tiefe Krisen stürzt.

Für ihre Streitschrift hat die Autorin nicht nur Lob geerntet, sondern musste sich einiger Polemik stellen. Das Buch lohnt sich auch vier Jahre nach dem Erscheinen zu lesen. Es kann Menschen in der Überzeugung stärken, dass es sich auszahlt, auf manche eigene Projekte zu verzichten, um Zeit für die eigene Familie zu reservieren. Denn, „die Familie ist der größte Schutzfaktor für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, so Mühl.

Interview mit Melanie Mühl

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