Verschiedenheit als Chance und Herausforderung in Familie und Beruf

sex_and_the_brainFunktioniert das Gehirn von Männern anders als das von Frauen? Es wäre zu vermuten, sind doch Männer und Frauen rein äußerlich sehr verschieden und auch in ihrem Verhalten. Wer dies immer noch bestreitet, sollte das Buch von Anne Moir und David Jessel wieder lesen. Wieder – denn es ist schon vor 25 Jahren geschrieben worden. Im Hinblick auf die aktuelle „Genderdebatte“ fragt man sich, warum offensichtlich in unseren Breiten so wenig Notiz von dieser wissenschaftlich so fundierten Analyse genommen wurde. Die Autoren plädieren dafür, endlich den gesellschaftlichen Mythos ad acta zu legen, Männer und Frauen seien im Grunde austauschbar, da ja alle Menschen gleich sind. Aber sie sind es nicht. In kurzen Thesen möchte ich die wesentlichen Gedanken hier vorstellen:

anne-moir

Anne Moir

1. Die Geschlechter sind verschieden, weil ihre Gehirne verschieden sind.
2. Wir sind, wie wir sind, weil wir so gemacht sind.
3. Die Würfel für die geschlechtsspezifischen Unterschiede fallen im Uterus unter dem Einfluss männlicher und weiblicher Hormone
4. Die Wirkung der Hormone auf unser Gehirn geschieht in zwei Etappen: im Mutterleib und in der Pubertät. Im Alter sinkt der Einfluss der Hormone, weshalb sich Männer und Frauen in ihrem Verhalten ähnlicher werden
5. Bei jedem Menschen ist das Gehirn in einer spezifischen Weise vorgeformt, die sich auf unser Verhalten auswirkt, lange bevor die Einflüsse der Wertvorstellungen der Gesellschaft oder die Hormonschübe des Teenageralters ins Spiel kommen.
6. Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede in der Leistungskraft der Gehirne: Männer können sich viel besser als Frauen Gegenstände, ihre Form, Lage und Proportion vorstellen; Frauen nehmen eine größere Bandbreite von sensorischen Informationen auf, tun sich leichter als Männer, diese miteinander zu verknüpfen.
7. Dem Ideal einer geschlechtsneutralen Erziehung sind natürliche Grenzen gesetzt

Bildschirmfoto 2015-04-29 um 11.00.00 8. Männern fällt es schwerer, ihre Gefühle auszudrücken. Die Information über ihren Gefühlszustand gelang schwerer zur linken, verbalen Seite seines Hirns. Eine Frau kann ihre Gefühle besser in Worte fassen, weil das, was sie fühlt, besser und effektiver auf die verbale Seite ihres Hirns geleitet wird.
9. Die Quote der Frauen in Männerberufen und in Führungspositionen lässt sich nicht mit politischem Druck erhöhen: denn Arbeit, Erfolg und Ehrgeiz bedeuten für beide Geschlechter etwas anderes. Frauen fühlen sich nicht (immer) benachteiligt, wenn sie ihrer Rolle als Mutter nachkommen, es bedeutet für viele ein erfülltes Leben.

Moir’s Fazit, das sie auch heute noch unterschreiben würde:
„Es wäre viel besser, die unterschiedlichen und sich durchaus ergänzenden Wesensarten von Frauen und Männern zu akzeptieren und zu versuchen, sie sinnvoll und kreativ zu nutzen. Frauen sollten sich auf ihre spezifischen weiblichen Talente besinnen, statt ihre Energien in dem sinnlosen Unterfangen zu verschwenden, die Männer an „Männlichkeit“ übertreffen zu wollen. (…) Männer und Frauen könnten viel glücklicher leben, einander viel besser verstehen und lieben, und die Welt viel angenehmer gestalten, wenn wir unsere Unterschiede endlich akzeptierten. Diese Einsicht würde manche Ehen einfacher oder haltbarer machen, die Tatsache, dass die Rollen von Vater und Mutter nicht einfach austauschbar sind, könnte zu besseren Eltern führen. “ (S. 16)

Anne Moir ist eine international anerkannte Neuropsychologin und widmet sich mit ihrem Institut weiterhin der Erforschung der gehirnbedingten Unterschiede von Männern und Frauen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bücher, Gender, Gesellschaft, Lebensfragen, Neurowissenschaften, Sachbücher abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Verschiedenheit als Chance und Herausforderung in Familie und Beruf

  1. Pingback: Die verlorene Genderstudie | EMPFEHLENSWERTE BÜCHER ARTIKEL FILME

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s