Barmherzigkeit ist Mitleiden Gottes mit den Menschen

Bildschirmfoto 2016-03-25 um 10.07.15Der freiwillige Tod Christi am Kreuz ist ein tiefes Geheimnis. Ihm auf die Spur zu kommen, bedeutet sich in das Heilsgeschehen mit hineinnehmen zu lassen. Wie man das erreichen kann, darüber spricht der emeritierte Papst Benedikt XVI. in einem Interview, das kürzlich in deutscher Sprache erschienen ist.
Anlässlich der Studientage der Jesuiten in Rom im Oktober 2015 gewährte Benedikt XVI. dem Theologen Jacques Servais dieses kurze Interview über Fragen des Glaubens, der Barmherzigkeit und nicht zuletzt darüber, warum Gottes Sohn sterben musste.
Um zu Glauben zu kommen, so der emeritierte Papst, sei eine „höchst persönliche Berührung mit Gott“ notwendig. Voraussetzung hierfür sei ein inneres Offensein dafür. Glaube sei nicht das Produkt des Nachdenkens, vielmehr bedürfe es dafür Zeugen, die Gott begegnet sind.
Benedikt würdigte die Theologie der Barmherzigkeit seines Nachfolgers, Papst Franziskus. Nur die Barmherzigkeit sei die einzige wirkliche und letzte Gegenkraft gegen die Macht des Bösen. Im Grunde würde jeder Mensch, ob er nun an Gott glaube oder nicht, „im Stillen doch den Samariter erwarten, der sich zum ihm niederbeugt“.
Erhellend sind die Gedanken Benedikt XVI. über die Frage nach dem universalen Heilanspruch der Kirche. Dieser sei auch heute noch vertretbar. Eine Antwort sei aber nur im Zusammenhang von Glaube und Heil zu finden. Wenig tragfähige Lösungen seien daher weder die These Karl Rohner’s von den „anonymen Christen“ noch die pluralistischen Religionstheorien, die fordern, dass „alle Religionen je auf ihre Weise Heilswege seien und in diesem Sinn in ihrer Wirkung gleichbedeutend angesehen werden müssen“. Hilfreich sei vielmehr der Gedanke der Stellvertretung, den Henri de Lubac betont hätte. Man sei nicht Christ für sich selber, sondern für die anderen.
Das ganze Interview ist lesens- und bedenkenswert und könnte eine gute Begleitung für die Feier der Kar- und Osterliturgie sein.

pdf Interview Benedikt XVI.

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