Credo – ein persönliches Bekenntnis zu Gott

s-800-600-9783942605137 RIn Zeiten aktiver Christenverfolgungen wie wir sie heute im Nahen Osten erleben, ist die Frage nach der Substanz des Glaubens unumgänglich. Josef Bordat ist der katholischen Intellektuellenszene kein Unbekannter mehr. In seinem neuem Buch betrachtet er das Apostolische Glaubensbekenntnis und wendet sich damit direkt an den Leser. Die Betrachtungen der einzelnen Glaubensartikel verstehen sich als philosophische Annäherung an das Glaubensbekenntnis. Spricht doch das Credo die Grundfragen des menschlichen Lebens an, wie Bordat in der Einleitung darlegt. Man könne dort Antworten auf die Frage nach dem Wesen Gottes und dem des Menschen finden.
Aber eine philosophische Durchdringung des Glaubens hat ihre Grenzen: Glaube ist keine rein theoretische Angelegenheit und Gott sprengt nun einmal die Grenzen der Vernunft. Glaube kann auch nicht „von außen“ betrachtet werden, sondern muss innerhalb einer Religion und der dazugehörigen Gemeinschaft erfahren und gelebt werden. Für den Christen heißt Glauben, eine personale Beziehung mit Gott eingehen und diese in einer wie auch immer gearteten Spiritualität leben. „Glauben heißt zunächst Vertrauen, sich dann bewusst zu entscheiden und schließlich im Vertrauen auf Gott treu zu sein und bei der Entscheidung für Gott zu bleiben.“ (S. 49).
Prägend für das christliche Gottesbild ist die Vorstellung von Gott als Vater. Die Beziehung zwischen Gott als Vater und dem Christen als Kind Gottes macht das Christentum unter den Religionen einzigartig, so Bordat. Hin und wieder holt der Autor weiter aus und kommt wie beim Artikel über Gott dem Schöpfer auf Grenzfragen zu sprechen. Gibt es einen Konflikt zwischen Schöpfung und Evolution? Stehen Theologie und Naturwissenschaft sich wie Feinde gegenüber? Bordat verweist hier auf die Hypothese einer theistische Evolution in Anlehnung an Gedanken Meister Eckharts, Thomas von Aquins und von Christian Kummer.

Wie_der_Verstand_dem_GlaubenEin lesenswertes Buch, das allen Katholiken, die jeden Sonntag in der heiligen Messe das Credo mitbeten eine Hilfe sein kann, den darin bekannten Glaubenssätzen noch tiefer auf die Spur zu kommen. Da Christen hierzulande immer weniger werden, braucht die Kirche wieder Leuchtgestalten, Menschen die wirklich Salz sind (Ratzinger), um den Glauben vor der Gesellschaft zu bekennen. Das christliche Glaubensbekenntnis muss persönlich und personal vollzogen werden, darf aber nicht im Christen „stecken bleiben“. Bordat beschließt deshalb seine Betrachtungen zum Credo mit einer Auseinandersetzung mit dem Missionsauftrag der Christen und auch der Kirche.

Leseprobe
Josef Bordat über die gesellschaftliche Dimension des Menschen bei Radio Horeb

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