Ein Begleiter in schweren Stunden

Bildschirmfoto 2016-07-22 um 10.54.59In den letzten Wochen erschütterten Europa mehrere Katastrophen: Nizza, Ankara, Würzburg… Die Medien konfrontieren uns mit unaussprechlichem Leid. Wie gehen wir damit um? Lassen wir es an uns heran?
Sicherlich geht jeder Mensch anders damit um. Je nachdem, wie eng eine Beziehung zu einem geliebten Menschen ist oder war, wird der plötzliche Verlust mehr oder weniger in das eigene Leben eingreifen.
Das bewegende Buch von C.S. Lewis „Über die Trauer“ ist ein literarischer Klassiker der Trauerarbeit. Lewis beschreibt dort seine Weise, mit dem Verlust seiner Frau und späten Liebe Helen umzugehen. Er wählt den Weg eines Tagebuches, dem er seine Gefühle und Stimmungen anvertraut. Dabei ringt er um die Frage des warum gerade sie an Krebs erkranken musste… Er hadert mit Gott… hinterfragt aber dabei die Festigkeit seines Glaubens, der ihm zuweilen wie ein labiles Kartenhaus vorkommt. Schließlich gelangt er zur Einsicht, dass bei seiner Trauer doch auch viel Selbstmitleid im Vordergrund steht und dass er seine Vorstellung von Gott revidieren muss. Er muss sie von seinen Wünschen und Träumen reinigen, um ungetrübter die eigentliche Wirklichkeit vernehmen zu können.
Lewis verarbeitet seine Trauer in der Weise des begnadeten Schriftstellers, dem es gelingt seine vielfältigen Stimmungen in Worte zu kleiden. Damit ermutigt er andere Menschen, ihren Weg der Verarbeitung der emotionalen Auf- und Abs ein Ventil zu geben: musikalisch Begabte mögen dies mit Melodien machen, andere drücken ihre Trauer in Bewegung aus. Klar bleibt, dass Trauer aktiv verarbeitet werden muss. Dazu braucht es aber vor allem ein Gegenüber: ein Mensch, der zuhört, schweigend mitgeht und den Prozess begleitet…
Das kleine Buch ist ein Juwel und möge vielen Menschen als Ratgeber zur Seite stehen, wenn sie mit der Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen konfrontiert sind und vielleicht keinen haben, der ihnen dabei zur Seite steht.

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