Gepflegtes Uncool-Sein

bildschirmfoto-2016-09-28-um-11-56-43Hat man eine gewisse Altersgrenze überschritten, kann man Gefahr laufen, spießig zu werden. Was wäre daran so schlimm? Harry Luck benennt konkrete Verhaltensweisen, zu denen sich der Mittvierziger bekennt: Filterkaffee und Eierlikör trinken, nicht RTL sondern das ZDF einschalten, gelegentlich eine Pauschalreise buchen und weniger auf last-minute-Angebote bauen, und dann noch aus dem Urlaub eine Ansichtskarte schreiben, anstatt pausenlos Fotos über die digitalen Kurznachrichten unters Volk zu bringen.
Interessant finde ich, dass der vielseitige Autor und Journalist sein vermeintliches Spießertum mit seinem Bekenntnis zum katholischen Glauben verbindet. In einem kürzlich in der Tagespost erschienen Beitrag erklärt er auch warum: „In der öffentlichen Wahrnehmung steht der Coolnessfaktor von Religion und Kirche zum Teil auf einer Stufe mit Warmduschen und Einbauschränken. Thomas Gottschalk sagt, dass ein Veganer heute mehr Verständnis findet für seinen Glauben als ein Katholik. Es gibt viele gute Gründe, katholisch zu sein. Es gibt aber keinen einzigen, sich dafür zu genieren. Für mich lautet die einzig denkbare Konsequenz aus der Apfelschorle- und Kurzarmhemd-Erkenntnis: Sei ein Spießer, sei katholisch!“
Erfrischend, erheiternd, lesenswert!

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