Zur Vorbereitung auf das gemeinsame Gedenken

bildschirmfoto-2016-12-12-um-18-11-34„Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal der Tag, der als Beginn der Reformation gilt. Die damaligen Ereignisse lösten eine Wirkungsgeschichte aus, die nicht nur die evangelische wie die katholische Kirche bis heute prägt, sondern auch die ganze Gesellschaft verändert hat. Gemeinsam wollen wir den 500. Jahrestag der Reformation zum Anlass nehmen, uns auf die Anliegen der Reformatoren zu besinnen und ihren Ruf zu Umkehr und geistlicher Erneuerung neu zu hören.“ So heißt es im Vorwort zum gemeinsamen Wort der evangelischen und katholischen Kirche zum Lutherjahr 2017.
Das halbe Jahrtausend, das seit Luther’s Thesenanschlag vergangen ist, sei eben kein Anlass zum Feiern, sondern zum gemeinsamen „Gedenken“ und vor allem ein Aufruf zur Umkehr und innerer Erneuerung. Heute erleben wir eine zunehmende Säkularisierung unserer Gesellschaft und es ist wichtiger denn je, gemeinsames Zeugnis des christlichen Glaubens zu geben – auch wenn die Wege verschieden sind. Trotz des respektvollen Miteinanders möchten die beiden christlichen Konfessionen in Deutschland zu einer langfristigen Überwindung der Trennung der Christenheit gelangen.

Das Dokument bringt einen kurzen Abriss der ökumenischen Bewegung, die nach dem Scheitern der Religionsgespräche des 16. Jahrhunderts Annäherung und Verständigung suchte und mit dem Dekret über den Ökumenismus des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) ihren Höhepunkte fand. Die kurze Schrift benennt die weiterhin trennenden Sachfragen wie etwa die Feier der Eucharistie und das Kirchen- und Amtsverständnis.
Hilfreich für Gespräche ist vor allem das Erbe einer 1500 Jahre gemeinsamen Kirchengeschichte. Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg schärft das Bewusstsein, wie intensiv sich konfessionelle Unterschiede mit Gewalt verbunden haben. An der Konfessionsverteilung in Deutschland lässt sich immer noch ablesen, wo die Herrscher welcher Konfession früher regiert haben. Besonders aufschlussreich und lesenswert ist das 4. Kapitel der gemeinsamen Erklärung über „Theologische Schlüssel“. Hier werden fundiert die Begriffspaare Glaube-Werke, Freiheit-Autorität und Einheit-Vielfalt in der Verhältnisbestimmung von substanzieller Gemeinsamkeit aber auch der konfessionellen Unterschiede behandelt.
bildschirmfoto-2016-12-12-um-22-17-06

Bereits am 31. Oktober hatten Papst Franziskus und der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib Younan, eine gemeinsame Erklärung  in Lund unterzeichnet.

 

Dokument Bischofskonferenz runterladen
Gemeinsame Erklärung Lund runterladen

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bildung, Gesellschaft, Glaubensfragen, Theologie abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s