Ein Mann der raschen und kraftvollen Entscheidungen

So beschreibt Hans Conrad Zander den Heiligen Thomas von Aquin. Die kleine Schrift über den großen theologischen Lehrer des Mittelalters will Geschmack auf mehr machen… Thomas wurde nicht von seinen Eltern ins Klosterleben „getrieben“, nein er hat einmal seine Berufung entdeckt und bliebt dann trotz massiven Widerstands seiner Familie dabei: Er wurde Dominikaner und studierte und lehrte im 13. Jahrhundert vor allem in Paris und auch in Köln. Ähnlich einer gotischen Kathedrale ist seine theologische Summe – die Thomas lediglich als Einführung für seine Studenten schrieb – ein großartiges literarisches Bauwerk. Es blieb jedoch unvollendet. Warum? Weil Thomas so früh mit nur 48 Jahren an „Burn-out“ gestorben ist (vgl. S. 41)? Nein, er vertraute einem Freund an: „Alles was sich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh – verglichen mit dem, was ich geschaut habe und was mir offenbart worden ist.“
Hierin zeigt sich die große Demut des heiligen Kirchenlehrers, der stets um die Erkenntnis der Wahrheit über Gott bemüht war. Der sich aber auch mehr als bewusst war, dass kein Geschöpf sich anmaßen könne, die letzte Wahrheit über Gott zu erkennen, sondern stets den Blick nach oben gerichtet hielt, offen für neue Eingebungen…
Das kleine Büchlein liest sich im biographischen ersten Teil sehr flüssig und leicht. Die sich daran schließenden 100 „FAQs“ geben einen kleinen Einblick in die Tiefe und zugleich Weite des thomistischen Denkens. Zander verschweigt nicht, dass der „Urtext“, die Summa theologica keine leichte Kost ist, dass sie einem „rote Augen“ vom konzentrierten Lesen machen kann. Deshalb gibt er am Ende des Buches sehr wertvolle Lektürehinweise über Autoren wie etwa Pieper oder Chenu, die einführende Werke zu Thomas verfasst haben. Für theologisch interessierte Laien eine Einstiegshilfe zur Gedankenwelt der Thomas von Aquin, die heute, so bedauert Zander, „aus dem öffentlichen Blickfeld verschwunden ist“ (vgl. 93).

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