Afrika sitzt auf gepackten Koffern…

… und es ist vor allem die Jugend dieses großen Kontinents, die sich auf die Flucht nach Europa begibt. Asfa-Wossen Asserate analysiert in seinem Sachbuch die Hintergründe dieser neuen Völkerwanderung.
Gewiss sind die ehemaligen Kolonialherren nicht unschuldig an Afrikas heutiger Misere: doch lenkt Prinz Asserate auch den Blick auf die vielen Herrscher der afrikanischen Staaten, die offensichtlich versagt haben und es hätten besser machen können. Seiner Meinung liegt der entscheidende „Konstruktionsfehler“ in der fehlenden moralischen Integrität der neuen Machthaber – damals wie heute. „Es fehlte den neuen Herrschern nicht nur am Know-how, sondern bald auch am Willen, die Lebensverhältnisse in ihren Staaten zu verbessern“ (S. 71-72).
Korrupte Machthaber und Regierungen verhindern weiterhin, dass die milliardenschweren Hilfen aus dem Ausland der bedürften Bevölkerung zugute kommt. Ist auch diese Hilfe irgendwie fehlgeleitet? Hier nimmt der Autor vor allem China ins Visier, ein Land das anscheinend engagiert in vielen Ländern die Wirtschaft und die Entwicklung ankurbeln will. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Hilfe als eigennützige Sicherung wichtiger Rohstoffquellen für das wirtschaftliche Vorankommen im Reich der Mitte. Konkret benennt Asserate die größten Schwierigkeiten des Kontinents: „Kriege und bewaffnete Konflikte, Hunger und stark wachsende Bevölkerungen, Krankheiten wie Aids und Malaria, Landgrabbing und Klimawandel…“ (S. 115). Millionen Menschen leben im Elend, obwohl weite Teile Afrikas immense Rohstoffvorkommen wie Erdöl und Edelmetalle besitzen.
Die jüngere Generation, durch die sozialen Netzwerke mit der „anderen Welt“ verbunden, sehnt sich nach Frieden, Freiheit und Wohlstand. Sie ist bereit sich einzusetzen, doch wird  sie von den Regierenden systematisch daran gehindert. Nun ist das Maß voll: die Abstimmung erfolgt mit den Füßen, „alle denken an Flucht“ (S. 139), und die Staatschef zucken mit der Schulter!
Der äußerst differenzierte Blick auf die jeweils sehr unterschiedlichen Situationen der 55 afrikanischen Staaten, kann einem die Augen für die desolate Lage des großen und bevölkerungsreichen Kontinent öffnen. Ein ganz anderes Buch des Bestseller-Autor. Nicht die elegante Sprache und vornehme Gesinnung prägen es: hier rechnet jemand sachlich aber zutiefst leidenschaftlich mit korrupten und niederträchtigen Machthabern ab, mit eigennütziger vermeintlicher Entwicklungshilfe und fordert internationale unabhängige Kontrollgremien, die die Wirksamkeit von entwicklungspolitischen Projekten auf den Prüfstand stellen.
Im folgenden Interview kann man viele Aspekte des inhaltsreichen Buches vom Autor live erklärt bekommen:

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4 Antworten zu Afrika sitzt auf gepackten Koffern…

  1. Willy schreibt:

    Liebe Marta Salazar Sanchez, weißt du, dass „Neurechte“ und „Verschwörungstheorie“ nur Kampfbegriffe sind um, kritische Menschen zu diskreditieren?

  2. Hallo Willy…! Komisch… ich finde mein Kommentar nicht mehr… ich hoffe, er wurde nicht gelöscht, das wäre nicht besonders fair… Nein, das sind es nicht. Es wäre super, wenn du mit deinem ganzen Namen melden würdest, so wie ich es tue.

  3. Liebe Bergund, hast du mein Kommentar aus Versehen gelöscht…?

  4. ich schrieb so etwas wie: Liebe Bergund, weiß du nicht, dass KenFM dem verschwörungstheoretischen neurechten Spekrum angehört…?

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