Die Ursachen von Alzheimer bekämpfen

Dies haben sich Forscher um Professor Dieter Willbold aus Jülich vorgenommen. Es gelang ihnen einen Wirkstoff zu entwickeln, der möglicherweise den Fortschritt von Alzheimer verlangsamen oder sogar aufhalten könnte.
Ursache für den Gedächtnisverlust und zunehmende Desorientierung der betroffenen Patienten ist ein Stoffwechselfehler im Gehirn. Beta-Amyloid ist das Fragment eines Proteins, das aus einem größeren Protein mit dem Namen APP (Amyloid-Vorläufer-Protein) herausgeschnitten wird. Im gesunden Gehirn werden diese Fragmente zersetzt und lagern sich nicht ab. Verketten sich jedoch viele Teilproteine zu größeren Aggregaten, können sie die Nervenbahnen beschädigen, wie die folgende Graphik verdeutlicht:

Der Meilenstein der Alzheimerforschung der Jülicher Strukturchemiker besteht darin, dass sie mit hochauflösenden Methoden Einblicke in die Art und Weise gewonnen haben, wie die Struktur des Moleküls das Verklumpen beeinflusst. Je früher die für das Gehirn schädlichen Ablagerungen erkannt werden, desto eher könnten therapeutische Maßnahmen erfolgen. Die Forscher in Jülich arbeiten deshalb intensiv an einer Messmethode, die verklumpte Amyloid-Proteine im Blut quantifizieren kann.
Der therapeutische Wirkstoff, der in den Labors entwickelt wird, noch „D3-Derivat“ genannt, konnte im Tierversuch den Fortschritt der Krankheit verlangsamen oder sogar aufhalten. Bei anderen Versuchen, so Willbold, konnte das Medikament die kognitiven Fähigkeiten der Tiere wieder verbessern. Erste klinische Tests am Menschen soll es bald geben, das „Ja“ der Zulassungsbehörde wird  derzeit erwartet. Mit einer möglichen Markteinführung kann aber frühestens in sieben Jahren gerechnet werden.
Was eine früh einsetzende Krankheit für familiäre und soziale Probleme mit sich führt, ist auf beeindruckende Weise im Film Still Alice dargestellt.

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