Begegnung in Offenheit und Gegenseitigkeit

Nicht selten beruhen religiöse Auseinandersetzungen auf fehlendem Sachwissen. Tiefergehende Kenntnisse der jeweiligen Sitten und Gebräuche, der Geschichte oder auch ungeschriebener Gesetze könnten manche Konflikte vermeiden helfen.
Der langjährige Missionar in Algerien, Pater Pierre-Marie Soubeyrand, legt mit diesem hochaktuellen, faszinierenden, aber keineswegs leicht zu lesenden Buch eine Art Résumé seiner persönlichen Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen islamischen Glaubens dar. Dabei bedient er sich neuester Forschungsergebnisse vorwiegend französischer Wissenschaftler zur Gründungsgeschichte des Islam, der Entstehung seines heiligen Buches und der Persönlichkeit seines „gottgesandten Propheten“. Sein Anliegen, das vor allem im zweiten Teil des Buches im Mittelpunkt steht, ist die Ent-Mystifizierung des Islam und seiner jahrhundertelangen unhinterfragt weitergegebenen und akzeptierten Traditionen, um den so notwendigen, vom II. Vatikanum angestoßenen Dialog der Kirche mit dieser „religiösen motivierten Staatsräson“ auf ehrliche Weise führen zu können.

So wird der einfach nur an Tatsachen interessierte Leser sich besonders dem ersten Teil der geschichtlichen Aufarbeitung des Weges zu bereits realisierter wie noch angestrebter weltweiter Herrschaft der Scharia zuwenden, die wahrlich ungeheuerliche Erkenntnisse zutage gefördert hat, welche nach und nach auch in islamischen Gelehrtenkreisen nicht mehr ignoriert werden können und werden. Wer zudem persönlich, gesellschaftlich oder politisch begründetes Interesse an einer Annäherung der Religionen und Kulturen hat, wird im zweiten Teil klar und quasi ungefiltert mit den diesbezüglichen Schwierigkeiten seitens des Islam konfrontiert, hat aber in dem Autor trotz seiner kritisch-negativen Haltung auch einen leidenschaftlichen Vertreter des Abbaus von Missverständnissen und  Aufbaus von Kenntnissen zwecks eines fruchtbaren Gespräches auf seiner Seite.

Das Buch enthält eine Fülle von Zitaten aus der Bibel und lehramtlichen Schreiben, die seinen ungebrochenen leidenschaftlichen missionarischen Eifer widerspiegeln – auch gegenüber den säkularisierten Zeitgenossen aus den eigenen Reihen – wie auch seine feste Überzeugung, dass Begegnung letztlich nur im Gebet und durch die Liebe, die Gott selber schenkt, möglich ist.

Zur weiteren Vertiefung sei hier auf das Internet-Projekt Al Tariq verwiesen:

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