Gott ist der ganz Andere

„Küssen zu müssen, wenn einem gerade das Verliebtsein abhanden gekommen ist“ – das kann dann wahre Liebe sein… für einen verheirateten Menschen oder im übertragenen Sinn verstanden auch für einen ehelos lebenden Priester. Heiner Wilmer hat sich manchmal so gefühlt. Aber es gibt auch viele Menschen, die ähnliche Situationen in ihrem Leben durchmachen. Manche beenden dann eine Beziehung, weil sie keinen Sinn mehr darin sehen… andere finden Wege aus dieser existentiellen Krise und gehen in ihrem Glauben gestärkt daraus hervor.

Der Autor ist Priester und war Ordensgeneral der Herz-Jesu-Priester. Vor kurzem ist er zum Bischof von Hildesheim geweiht worden. In seinem Buch zeichnet er seinen Weg zu und mit Gott nach: den Weg ins Kloster, das Studium, seine Arbeit als Lehrer und Schulleiter im In – und Ausland. Dabei hatte er persönlich manche Krisen zu bewältigen und kommt deshalb zu dem Schluss, dass Gott nicht nett ist. Nicht immer… nicht zu ihm und nicht immer zu den vielen Menschen, von deren Begegnungen und Schicksalen er nebenbei berichtet.
Roter Faden seiner attraktiv verfassten Sinnsuche ist das dem Hl. Ignatius von Loyola zugeschriebene Gebet Anima Christi. Wilmer hat es oft meditiert und konnte darin für seinen Glauben immer wieder neue Kraft finden.
Um zu leben, muss man sterben… Der christliche Glaube ist voller Widersprüche. Wer immer noch glaubt, man könne Christ sein, ohne „täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen“, der ist im falschen Film. Wir müssen einsehen, dass die letzten Abgründe des göttlichen Willens uns sterblichen Menschen eben verborgen bleiben. Das ist nicht einfach!

Ein sicher lesenwertes Buch für reife Christen, die mit den Licht- und Schattenseiten eines gotthingegebenen Lebens ein wenig Erfahrung haben. Auch als Impulsgeber für Tage der Exerzitien mag das Buch hilfreich sein.

Hier ein Vortrag Pater Wilmers über sein Buch:

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