Fundament aus Stein

Ein Haus auf Sand gebaut, hält keinem Sturm stand. Was auf Dauer angelegt ist, bedarf einer soliden Grundlage. Das Grundgesetz unseres Landes feiert heute einen runden Geburtstag. Verglichen mit der 232 Jahre alten Verfassung der USA sind 70 Jahre verhältnismäßig wenig. Dennoch ein Grund zum Feiern und „danke sagen“ den Vätern und Müttern des Grundgesetzes. Die Medien bieten uns dieser Tage vielfältige Dokumentationen  an. Ein Aspekt, der bei diesen Reflexionen nicht immer im Vordergrund steht, ist das christliche Menschenbild, von dem das Grundgesetz inspiriert ist.
Josef Bordat widmet sein neues Buch genau dieser Frage: „Wie kam Gott ins Grundgesetz?“ Der Grundrechtekatalog war ursprünglich nur für die Übergangszeit nach dem zweiten Weltkrieg geschrieben… und hat seitdem Bestand und kann mit Recht als Verfassung Deutschlands gelten. Die tiefe philosophische und theologische Auseinandersetzung mit den für das Grundgesetz maßgeblichen Begriffen und Werten beginnt Bordat mit eine kurzen Rekapitulation und Einordnung des Naturrechtdenkens. Er geht dabei Fragen nach, ob die von Kant initiierte Trennung von Moral und Recht nun Segen oder Fluch bedeute oder auf welcher Grundlage eine Verbindlichkeit des Rechts erreicht werden könne. Der Bezug auf Gott war weder in der Paulskirchenverfassung noch in der Weimarer Verfassung gegeben, sondern wurde erst 1949 in die Präambel der Grundgesetzes aufgenommen. Dass Deutschland damit nicht allein dasteht, erwähnt der Autor mit Blick auf Staaten Südamerikas oder auch islamisch geprägte Staaten.
Neben dem Gottesbezug widmet sich Bordat vor allem dem Thema der Freiheit im Hinblick auf das Gewissen und der Ausübung von Glaube und Religion. Schon im ersten Artikel des Grundgesetzes wird der Schutz der Würde jedes Menschen ausgesprochen. Gerade in Bezug auf den Lebensschutz  gilt es heute Grenzfragen zu klären. Dabei gelingt es den staatlichen Organen nicht immer, den Schutz der Menschenwürde unter allen Umständen zu garantieren. Die 2003 erschienene Neukommentierung von Artikel 1 des Grundgesetzes wurde seinerzeit vom Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde in einem Aufsatz als Epochenbruch getadelt und klar gestellt: „Die Würde des Menschen war unantastbar“.
Die Fülle an wertvollen Informationen wird nach jedem Kapitel kurz zusammengefasst und macht das Buch zu einem hilfreichen Nachschlagewerk in einer Zeit, wo geltendes Recht sich zunehmend von der Sittlichkeit entfernt.

Hier eine kurze und ansprechende Zusammenfassung vom Inhalt des Grundgesetzes vom Rechtsexperten der ARD, Frank Bräutigam.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Glaubensfragen, Menschenrechte, Sachbücher abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.