Klang der Seele

Ein Geigenbauer ganz besonderer Art ist Martin Schleske. „Jedes Instrument aus meiner Werkstatt ist eine individuelle ,Klangskulptur‘, ein Unikat, das meine klangliche und künstlerische Handschrift trägt.“ Er legt nicht nur sein handwerkliches Können in jedes neu erbaute Instrument hinein, für Schleske gleicht die Arbeit in seiner Werkstatt dem Gebet. Der Geigenbauer ist zudem noch Physiker, Philosoph und Theologe. Er forscht intensiv an der klanglichen Perfektionierung des Geigenbaus. Grundvoraussetzung zum Bau einer guten Geige sei die Stille. Deshalb hört man in seinem Atelier bei der Arbeit lediglich das leichte Rauschen und Schleifen der Werkzeuge.
In dem kurzen Videoclip betrachtet er die tiefen Parallelen von spirituellem Leben und der Beziehung des Menschen zu Gott mit dem Entstehungsprozess einer Meistergeige…

Advertisements
Veröffentlicht unter Filme, Lebensfragen, Musik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Der Blick unbedingter Liebe

„Als ich heute Morgen aufwachte, war ich eine ganz gewöhnliche, normale Reisejournalistin. 1962 in Dänemark geboren und aufgewachsen, nicht rebellisch, geschult in atheistischem, akademisch respektvollem Geist (…) Kurzum: ein ganz gewöhnliches, vernünftig denkendes Wesen.“ (S. 12)  So beschreibt sich die Autorin, Charlotte Rorth,  im 2008 November während ihrer ersten Journalistenreise im andalusischen Úbeda. Mit dem Glauben hatte die typische „Kulturchristin“ eigentlich nichts am Hut – in ihren Kreisen war dieses Thema ein Tabu.
Doch dann hat sie in der Sakristei der berühmten Salvator-Kirche ein Jesus-Erscheinung. Völlig unerwartet erlebt sie den Gottessohn, der zu ihr spricht und sie mit seiner Liebe überwältigt. Dieser Augenblick größten Glücks erfüllt sie mit einer tiefen Freude. Diese außergewöhnliche Begegnung hat ihr Leben verändert.

Warum ist Er gerade ihr begegnet? Diese Frage lässt sie nicht mehr los. Charlotte, Mutter von drei Söhnen, begibt sich systematisch auf die Suche nach möglichen wissenschaftlichen, d.h. rationalen Erklärungen all dessen, was mit ihr passiert ist. Sie sucht das Gespräch mit Theologen und Psychologen, um dieser Grenzerfahrung auf den Grund zu gehen. Sie ließt die Schriften des Mystikers Johannes von Kreuz und der heiligen Theresia von Avila. Sie fahndet nach Literatur, die ähnliche Erfahrungen beschreibt, die sie gemacht hat – und wird dabei mehr als fündig. Auch begibt sich die Journalistin noch mehrere Male an den Ort ihrer ersten Jesus-Begegnung. Während ihres dritten Aufenthalts erkennt sie, dass ihre Begegnung mit Jesus nicht nur ihr persönlich galt: sie scheint dazu auserwählt zu sein, auch anderen davon zu erzählen (S. 144).
Deshalb hat sie das Buch geschrieben. Aber bewusst vermeidet sie einen missionarischen Unterton. Sie möchte sachlich über das berichten, was ihr widerfahren ist. Ihre Botschaft ist: es gibt Dinge in unserem Leben, die wir nicht erklären können, denen gegenüber wir aber eine Offenheit haben sollen.
Ihre bewegende Geschichte regt zum Nachdenken darüber an, inwieweit im eigenen Leben Gott eine Rolle spielt oder spielen darf… Mit ihren übernatürlichen Erahrungen steht sie gewiss nicht alleine da: Todd Burpo’s Buch „Den Himmel gibt’s echt“ oder auch das Zeugnis von Segatashya haben erst jüngst davon reden gemacht.

Ein Blick ins Buch

Hier ein Interview mit Charlotte Rorth auf spanisch:

Veröffentlicht unter Glaubensfragen, Lebensfragen, Sachbücher, Theologie | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Begegnung in Offenheit und Gegenseitigkeit

Nicht selten beruhen religiöse Auseinandersetzungen auf fehlendem Sachwissen. Tiefergehende Kenntnisse der jeweiligen Sitten und Gebräuche, der Geschichte oder auch ungeschriebener Gesetze könnten manche Konflikte vermeiden helfen.
Der langjährige Missionar in Algerien, Pater Pierre-Marie Soubeyrand, legt mit diesem hochaktuellen, faszinierenden, aber keineswegs leicht zu lesenden Buch eine Art Résumé seiner persönlichen Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen islamischen Glaubens dar. Dabei bedient er sich neuester Forschungsergebnisse vorwiegend französischer Wissenschaftler zur Gründungsgeschichte des Islam, der Entstehung seines heiligen Buches und der Persönlichkeit seines „gottgesandten Propheten“. Sein Anliegen, das vor allem im zweiten Teil des Buches im Mittelpunkt steht, ist die Ent-Mystifizierung des Islam und seiner jahrhundertelangen unhinterfragt weitergegebenen und akzeptierten Traditionen, um den so notwendigen, vom II. Vatikanum angestoßenen Dialog der Kirche mit dieser „religiösen motivierten Staatsräson“ auf ehrliche Weise führen zu können.

So wird der einfach nur an Tatsachen interessierte Leser sich besonders dem ersten Teil der geschichtlichen Aufarbeitung des Weges zu bereits realisierter wie noch angestrebter weltweiter Herrschaft der Scharia zuwenden, die wahrlich ungeheuerliche Erkenntnisse zutage gefördert hat, welche nach und nach auch in islamischen Gelehrtenkreisen nicht mehr ignoriert werden können und werden. Wer zudem persönlich, gesellschaftlich oder politisch begründetes Interesse an einer Annäherung der Religionen und Kulturen hat, wird im zweiten Teil klar und quasi ungefiltert mit den diesbezüglichen Schwierigkeiten seitens des Islam konfrontiert, hat aber in dem Autor trotz seiner kritisch-negativen Haltung auch einen leidenschaftlichen Vertreter des Abbaus von Missverständnissen und  Aufbaus von Kenntnissen zwecks eines fruchtbaren Gespräches auf seiner Seite.

Das Buch enthält eine Fülle von Zitaten aus der Bibel und lehramtlichen Schreiben, die seinen ungebrochenen leidenschaftlichen missionarischen Eifer widerspiegeln – auch gegenüber den säkularisierten Zeitgenossen aus den eigenen Reihen – wie auch seine feste Überzeugung, dass Begegnung letztlich nur im Gebet und durch die Liebe, die Gott selber schenkt, möglich ist.

Zur weiteren Vertiefung sei hier auf das Internet-Projekt Al Tariq verwiesen:

Veröffentlicht unter Glaubensfragen, Menschenrechte, Sachbücher, Theologie | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Wenn der Glaube zur höchsten Wirklichkeit des Lebens wird…

… dann ist das Zeugnis für ihn nichts Ungewöhnliches – auch nicht das Martyrium. Die Exekution vor laufender Kamera war bis ins Detail inszeniert. Nichts wurde dem Zufall überlassen.
Heute besitzt jede Familie der 21 koptischen Märtyrer dieses filmische Dokument der heroischen Tapferkeit ihrer Söhne, Ehemänner und Väter. Um ihre Familien zu unterstützen waren die Männer als Wanderarbeiter nach Libyen gezogen und sollten nicht zurückkehren.
Martin Mosebach hat mit seinem beeindruckenden Reisebericht aus der Heimat der im Februar 2015 ermordeten koptischen Christen ein wenig Licht in das düstere Kapitel islamischen Terrors scheinen lassen.
Dabei hat ihn gerade nicht interessiert, welche der in Kriegen im Nahen Osten verwickelten Mächte möglicherweise an diesem Verbrechen beteiligt waren. Nein – nicht den Tätern, sondern den Hinterbliebenen galt seine Aufmerksamkeit. Sein Besuch im Ort El-Or im Norden Ägyptens verlief bei den einzelnen Familien überraschend ähnlich: keine Spur von Trauer, Rache oder Vergeltung. Vielmehr empfingen Mosebach froh gestimmte Angehörige der schon wenige Tage nach ihrem gewaltsamen Tod heiliggesprochenen Männer. Sie würden Stolz empfinden und Gott für die Ehre danken, einen Martyrer in ihrer Familie zu haben. Mosebach fasst seine Eindrücke folgendermaßen zusammen:
„Aus dem Verlust wurde Verehrung, aus Schmerz Dankbarkeit, aus Verzweifelung Freude, indem man sich dem gemeinsamen Gesang hingab… Wieder fragte ich mich, was die Mörder wohl denken würden, wenn sie eine solche Familie von Kleinbauern vor ihrem roh gezimmerten Schrein mit erhobenen Händen singen hören könnten.“ (S. 113).
Kopten bilden in Ägypten ein Viertel der Bevölkerung und betrachten sich als die eigentlichen echten Ägypter. Seit Menschen Gedenken werden sie verfolgt und aktuell zum Zusammenleben mit den Muslimen gezwungen. Mosebach schildert eindrucksvoll, wie sich die riesige aus staatlichen Mitteln erbaute Wallfahrtskirche vom kleinen Ort El-Or abhebt. Staatspräsident General al-Sisi hatte den Bau angeordnet. Gleichzeitig sorgte er aber auch dafür, dass möglichst viele Erinnerungen an die Ermordeten – ihre bescheidenen Häuser etwa – dem Erdboden gleichgemacht wurden, weil sie Neubauten weichen sollten… In der einem Atommeiler ähnelnden Kirche sollen einmal die sterblichen Überreste der 21 Martyrer beigesetzt werden. Die dort schon vorhandenen Reliquienschränke beherbergen derzeit andere Hinterlassenschaften der Männer.

Was zeichnete die 21 besonders aus? Soweit Mosebach dies aus den spärlichen Angaben des offiziellen Martyrologium und der Gespräche mit den Familien entnehmen konnte, waren es drei Dinge: „Beten, dienen, schweigen.“ (S. 101) Qualitäten, die man eigentlich Ordensleuten zuschreibt. Sie waren dies nicht und bis auf einen hatten sie keine diesbezüglichen Ambitionen. Aber sicherlich waren sie ihrem Glauben treu ergeben und vor allem in der gemeinsamen Prüfung standhaft bis zum Tod.

Ein Dank dem Autor für dieses literarisch hochkarätige Glaubenszeugnis von Christen unserer Zeit. Darüber hinaus ist sein Buch eine lehrreiche Einführung in das Leben und die Liturgie der koptischen Kirche, der übrigens gerade junge Kopten angehören.

Leseprobe aus dem Buch

Hier eine Doko der Einweihung der Wallfahrtskirche von El-Or vom Februar 2018:

Veröffentlicht unter Glaubensfragen, Lebensfragen, Sachbücher | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Literatur im Big-Data-Format

Mehr als 9442 Werke kann man mittlerweile beim Projekt Gutenberg-DE aufrufen:

Die Literatursuche erfolgt entweder direkt bei einem der rund 1900 Autoren oder mit dem Namen des Werkes. Der größte Teil des neueren Textbestandes kommt aus dem Gegenleseportal www.gaga.net. Freiwillige Helfer leisten wertvolle Dienste durch Korrekturlesen der eingescannten Werke.
Zur besseren Orientierung in diesem Bücher-Dschungel gibt es bei den Lesetipps die unterschiedlichsten Lektüreempfehlungen.
Hilfreich ist dieses Portal für alle diejenigen, die an bestimmten Textstellen bestimmter Werke interessiert sind. Man kann sie so aus dem Internet für private Zwecke leicht einsehen und kopieren. Runterladen ganzer Werke ist nicht möglich. Dafür gibt es aber die Option, die gesamte Bibliothek als offline-Version auf einem Stick zu erwerben.

Das ganze Projekt läuft bereits seit 10 Jahren und wird von Spiegel online unterstützt und kann auch dort nur eingesehen werden.

Veröffentlicht unter Jugendbücher, Kinderbücher, Kultur, Roman, Websites | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

„Verzeihen Sie… Eure Zottigkeit…

… denn schwarze Rosen habe ich derzeit nicht.“ Florentius der Gärtner muss der Königin leider einen Korb geben. Er züchtet wunderschöne Rosen aller Farben… nur nicht die, die die edle Herrscherin bei ihm kaufen möchte.
Das jüngst beim Urachhaus-Verlag erschienene meisterhaft illustrierte Kinderbuch stammt von Litauens bekanntestem Illustrator, Kestuitis Kasparavicius. Mehr als 60 Bilderbücher hat er schon geschrieben, die in 26 Sprachen übersetzt wurden. Das Kinderbuch über den passionierten Rosenzüchter wurde im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse im Beisein des Autors vorgestellt. Sein Bildband wurde auch mit dem Deutschen Gartenbuchpreis für Kinder bedacht.

Die gewählte und ansprechende Sprache verbunden mit den herzerwärmenden Zeichnungen machen dieses Buch zu einer idealen Vorleselektüre für Kinder ab
5 Jahren.

Hier ein Blick ins Buch.

Veröffentlicht unter Kinderbücher, Kultur, Lebensfragen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Erlebnis des Sich-Erinnerns

Je länger man lebt, desto reicher wird man an Lebenserfahrung, Kenntnissen und Fertigkeiten. Wenn einmal die Kräfte schwinden und sich der Aktionsradius immer mehr einschränkt, zehrt man von den inneren Ressourcen. Das Gedächtnis hat unsere gesamte Biographie in Form von Bildern, Dialogen und den dabei empfundenen Emotionen festgehalten. Doch wenn dieser Erinnerungsspeicher unseres Gehirns nicht mehr so funktioniert wie er soll?
Demenz und Alzheimer sind heute geläufige Begriffe. Anthony Doerr nimmt dieses Thema zum Ausgangspunkt einer Novelle, die er in Südafrika spielen lässt. Alma Konachek ist 74 Jahre alt und wird zunehmend dement. Ihr Mann ist schon verstorben und war Hobby-Fossiliensammler. Kurz vor seinem Tod hat er noch eine sensationelle Entdeckung gemacht, konnte sie aber nicht mehr weiter geben. Die Wand in Almas Schlafzimmer ist mit unzähligen Notizen versehen, damit sie sich an die wichtigsten Dinge erinnern kann. Am meisten lebt Alma von Erinnerungen, die ihr Dr. Amnesty mit Hilfe eines neuartigen Verfahrens auf Band gespeichert hat. Darunter gibt es auch eine Kassette, die nicht nur für Alma besonderen Wert hat…
Dieses Buch bedarf wie andere Werke Doerrs der Muße, um die facettenreiche Sprache zu genießen. Doerr möchte dem Leser die Freude vermitteln, durch Erinnerung Vergangenes neu zu erleben.

Hier erzählt der Autor, was ihn zu diesem Buch inspiriert hat:

Veröffentlicht unter Lebensfragen, Neurowissenschaften | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen