Wir wollen keinen Krieg mehr

Wie fühlt sich aus der Perspektive von Grundschulkindern der Abwurf einer Atombombe an? Viele Zeugnisse hierzu gibt es nicht. Es ist dem Arzt und Wissenschaftler Takashi Nagai zu verdanken, dass er die Aufsatzsammlung von Kindern der Yamazato-Grundschule, die den Abwurf der Atombombe auf Nagasaki überlebten, für die Nachwelt 1949 herausgab. Diese wurden bisher nur auf Englisch veröffentlicht.

Wie ein roter Faden ziehen sich einige Gedanken der 37 Kinder durch alle Aufsätze: Es muss wohl kurz vor dem Abwurf der Atombombe am 9. August 1945 einen Bombenalarm gegeben haben, weshalb die meisten Schilderungen mit dem Verlassen des Bunkers beginnen. Kurz darauf sahen viele ein helles Blitzen am Himmel… „wie wenn Magnesium verbrannt wird…“ – und viele berichten, wie sie unter den Trümmern ihrer Häuser herausgeholt wurden. Der Himmel verdunkelte sich, alle Bäume fielen um, und eine Feuerwelle breitete sich vom Epizentrum her aus.
Schnell begaben sich alle Kinder zumeist von älteren Geschwistern oder Großeltern begleitet in die nächstgelegenden Luftschutzbunker. Dort wurden sie mit dem Anblick unzähliger schwer verbrannter Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde konfrontiert.

Am meisten bedrückte alle Kinder die Sorge um ihre Eltern. Manche suchten verzweifelt nach den Müttern, die zur Feldarbeit geeilt waren und nicht zurückkehrten… andere warteten vergeblich auf die Väter, die nicht aus der Fabrik heimkehrten, wieder andere bedauerten gar keine Tränen vergossen zu haben, so sehr standen sie unter Schock.

Auffallend ist, dass es unter den Familien viele gläubige Christen gab. Das gemeinsame Beten gehörte zum Alltag dazu. Toshiro Fukahori schreibt: „Worum ich bete, ist nur: Frieden auf der Welt und der Wiederaufbau von Urakami“ (S. 38).

Im Anbetracht der weiterhin großen Gefahr eines erneuten Atomkrieges sollten die heutigen Machthaber und Entscheidungsträger dem „Schrei der Kinder“ doch Gehör schenken!

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